Testlabor Prince of Persia: Die vergessene Zeit

Veröffentlicht am 28. Mai 2010 von Federico Gagliano

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Prince of Persia: Die vergessene Zeit

Prequel zum Sequel
Obwohl „Die Vergessene Zeit“ zeitgleich mit dem Kinofilm zur Prince of Persia Reihe erscheint, haben die beiden wenig gemeinsam. Es handelt sich hier um eine völlig eigenständige Geschichte, die in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Teil der „Sands of Time“-Trilogie spielt. Der Prinz besucht seinen älteren Bruder Malik, um von ihm ein paar Tipps für einen zukünftigen König zu lernen. Als er den Palast erreicht, befindet sich aber eine Belagerung im Gange. Doch das ist das kleinste der Probleme.

Sand im Auge
In seiner Verzweiflung erweckt Malik die uralte Armee des Königs Solomon zum Leben. Ein fataler Fehler, denn die befreiten Monster verwandeln Freund und Feind zu Sandstatuen. Der Prinz muss nun die ständig stärker werdende Armee aufhalten und sich durch den verwüsteten Palast kämpfen. Dabei wird er wieder einmal seine akrobatischen Geschicke beweisen, während er nicht nur die Zeit, sondern auch die Umgebung manipuliert.

Persisches Märchen
Die Story dient eigentlich nur als Ausrede, um euch durch bodenlose Räume und Gänge voller Fallen zu schicken. Alle Ereignisse und Wendungen in der Handlung sind vorhersehbar und die Morallektionen des Prinzen erinnern fast an ein Märchen, trotzdem unterhält die Geschichte während den rund sieben Stunden, die man zum Durchspielen braucht. Danach stehen noch zwei Challenge-Modi zur Verfügung, falls ihr noch nicht genug Sandmonster verprügelt habt.

Alte Formel
Die Version von 2008 versuchte mit einem Open-World Ansatz, einem neuem Kampfsystem und unendlichen Leben das Gameplay zu erneuern. Das ist hier aber alles wieder vergessen. Zurück sind Sand der Zeit und Checkpoints. Ganz nach dem Vorbild des ersten Spiels wechseln sich Sprung- und Kletterpassagen mit kurzen Kämpfen ab. Doch in einigen Bereichen hat sich der Prinz verändert und leider nicht überall zu seinem Vorteil…

Flinke Finger gesucht
Die Kletter- und Sprungpassagen wirken auf den ersten Blick kaum neu. Elegant schwingt sich der Prinz von Pfeilern und Stangen, läuft Wände entlang und weicht Fallen aus. Neu ist die Fähigkeit, Wasser zu manipulieren. Indem er für eine begrenzte Zeit Wasser zu fester Materie werden lässt, eröffnen sich völlig neue Wege. Auch die späteren Fähigkeiten machen die akrobatischen Teile des Spiels zu einer echten Herausforderung für eure Finger. Während es früher eher darum ging, den richtigen Weg zu finden, sind nun Präzision und schnelle Reflexe nötig.

Nichts passiert
Versaut man mal einen Sprung, dreht man einfach die Zeit ein Stück zurück. Durch Erfahrungspunkte kann die Zeit noch weiter zurückgedreht werden und es stehen euch mehr Versuche zur Verfügung. Erfahrung bekommt ihr von den Massen von Sandmonstern, die ihr zwischendurch erledigt. Punkte können auch in mehr Gesundheit, Stärke oder in vier elementare Zauber gesteckt werden, die zwar nett aussehen, aber unnötig sind. Denn die Sandarmee liefert nicht viel mehr Widerstand als ein Klumpen Sand.

Sand im Getriebe
Es stehen euch immerhin Schwert- und Kickkombinationen zur Verfügung, das Kampfsystem ist aber noch meilenweit von den akrobatischen Gefechten in „Warrior Within“ entfernt. Das Hauptproblem sind aber die Gegner selbst. Obwohl diese zahlenmässig überlegen sind, stehen sie meist nur tatenlos rum. Falls sich mal einer für den Angriff entscheidet, habt ihr jede Menge Zeit darauf zu reagieren. Es gibt unterschiedliche Arten von Gegner, darunter riesige Titanen und Krieger, deren Schilde ihr zuerst wegtreten müsst, doch ein Hindernis ist keiner davon.

Déjà-vu
Das Spiel benutzt die gleiche Engine wie Assassin’s Creed 2. Das Spiel erreicht zwar nicht den gleichen Status, ist aber durchaus sehenswert. Die Animationen sind flüssig und realistisch und die Wassereffekte faszinieren bis zum Schluss. Was nicht ganz überzeugt sind die Umgebungen. Wer die Serie schon länger kennt, wird das meiste schon aus anderen Spielen der Serie kennen, seien es die Gärten, Türme oder Bäder des Palastes. Auch musikalisch erreicht das Spiel nie ganz den epischen Ton der Vorgänger.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

„Prince of Persia: Die Vergessene Zeit“ ist an sich ein gutes Spiel. Es erreicht aber die Massstäbe nicht, die von früheren Teilen der Serie gesetzt wurden. Die Manipulation des Wassers ist zwar eine nette Neuerung, aber ansonsten ragt nichts sonderlich heraus, um dieses Spiel gegenüber der Konkurrenz hervorzuheben. Für 2-3 Abende lockeren Vergnügens reicht das Spiel aber allemal.

3.8


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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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