Testlabor Puppeteer

Veröffentlicht am 10. Oktober 2013 von Corina Ulmann

0

Puppeteer

Meine liebsten Geschichten beginnen mit bescheidenen drei Worte“Es war einmal…“ und Sony hat nun vor kurzem ein Spiel veröffentlicht, welches mich wieder an meine Kindheit erinnert, als ich mit meinen Geschwistern Pinocchio auf VHS geschaut habe. In Puppeteer – Der Puppenspieler, begleiten wir eine kleine Marionette Namens Kutaro auf seinem Weg seine Seele zurück zu erobern.

Einst wurde der Mond von einer wunderschönen Göttin regiert. Doch dann hat Kleiner Bär, den die Göttin bisher so geliebt hatte, zwei der wertvollsten Besitztümer der Herrin gestohlen: Den schwarzen Mondstein und eine magische Schere namens Calibrus. Nachdem er sich selbst zum Mond-Bärenkönig ernannt hatte, stürmte er das Schloss der Göttin und zertrümmerte den weissen Mondstein. Er gab jedem seiner Generäle ein Stück des weissen Mondsteins und brachte den Mond damit in richtig grosse Schwierigkeiten. In einer dunklen Mondnacht wird ein kleiner Junge namens Kutaro von dem bösen Mond-Bärenkönig zu einem schwarzen Schloss verschleppt und dort in eine Puppe verwandelt. Kutaro verärgert den schrecklichen Tyrannen so sehr, dass dieser den hölzernen Kopf des Jungen gierig verschlingt.

Kutaro findet sich nach der doch eher makabren Einleitung in einem Kerker wieder. Ohne Kopf und ohne Hoffnung bis er wohl oder übel ins Gras beisst. Ich könnte jetzt sagen, er soll den Kopf nicht hängen lassen, aber dieser ist ja eh schon weg. Nichts desto trotz eilt Hilfe herbei. Ying Yang, der ehemalige Kater der Mondgöttin und Haustier von der Hexe Ezma Potts hilft Kutaro aus seiner misslichen Lage und zeigt ihm den Weg aus dem Kerker. Da es sich bekanntlich ohne Kopf nicht gut leben lässt, zeigt Ying Yang Kutaro auch gleich, dass er Gebrauch von anderen Köpfen machen kann, welche im ganzen Spiel über verteilt sind. Dass die Köpfe leicht zu bekommen sind, erleichtert die Aufgabe, denn die Dinger dienen uns als Leben, wir können aber maximal drei von ihnen dabei haben.

Das Yin Yang nicht per puren Zufall Kutaro hilft, liegt auf der Hand. Die Besitzerin, die Hexe Ezma Potts möchte das Kutaro die magische Schere Calibrus dem König stiehlt. Diese Aufgabe stellt sich als einfacher dar, als erwartet, da sich die Schere den rechtmässigen Besitzer selber aussucht – Kennen wir ja irgendwie von Excalibur. Mit dieser mächtigen Schere will die Hexe den Bären vom Thron stossen. Da wir noch eine Rechnung mit dem Bären offen haben, nimmt sich Kutaro dieser Aufgabe an.

Um nochmals auf den kopflosen Kutaro zurück zu kommen. Dieser findet im Laufe des Spiels allerhand neue Köpfe. Mal ist es ein Spinnenkopf, mal eine Dampflock oder soll es eventuell mal ein Lebkuchenhaus sein? Nicht nur dass die Köpfe witzig aussehen,  verfügen diese noch über unterschiedliche Fähigkeiten. Dank diesen können spezielle Mondfunkel eingesammelt werden, insgesamt sind 100 im ganzen Spiel verteilt, welches uns vor einem “GameOver“ nach dem Verlust des letzten Kopfes bewahrt. Kutaro ist den Gegner aber nicht machtlos ausgeliefert. Die Schere steht ihm im Kampf gegen den Bären und seine Gefolgsleute zur Seite.

Gesteuert werden Kutaro und Ying Yang und dies wahlweise über den Controller oder die Move-Steuerung. Puppeteer verfügt dazu über einen Koop-Modus, wobei der zweite dann die Rolle von Ying Yang oder später auch die von Pikarina, einen weiteren Charakter, der im Laufe des Spiels auf Kutaro stösst, übernimmt. Der zweite Spieler kann dabei eher selten oder nur spärlich etwas tun, da er mehr für Bonuslevels, kleine Hindernisse und versteckte Items im Spiel eingesetzt wird. Für einen Koop-Modus ist dies doch etwas wenig und man muss sich fragen, ob sich das überhaupt lohnt. Als kleine Beschäftigung reicht‘s allemal.

Kutaro selber kann nicht sprechen, dafür die Hexe und der Kater umso mehr. Immer wieder werden Witze gerissen und dies oft auf die Kosten des Hauptprotagonisten. Natürlich darf ein Erzähler nicht fehlen, der nach jedem Akt eine kurze Zusammenfassung über das Geschehene macht. Neben dem, das nicht nur viel Witz in dem Gesprochenen steckt, wirken alle Figuren überaus lebendig und haben ihren eigenen Charakter. Der eigentliche Sound passt immer wunderbar zu den jeweiligen Kulissen und unterstreicht die Umgebung und das Geschehene, überlagert das Spiel jedoch nie.

Die Levels könnten fast nicht abwechslungsreicher sein. Ähnlich wie bei einem Theater wird nach jeder Szene der Hintergrund geändert. Der Vorhang geht auf und die Bühne des Spektakels bewegt sich. Eine Gefahr, dass die Kulisse einmal langweilig wird, besteht nie. Selten gibt es ein Hintergrund doppelt und somit gibt es immer etwas Neues zu sehen. Auch steckt viel Liebe im Detail, denn jeder Charakter sieht so aus, als wäre er aus Holz geschnitzt. Kleine Jahresringe und Maserungen mit inbegriffen. Dabei halten dünne Fäden die Umgebung in der Luft oder werden bei den Charakteren wiederverwendet. Für das Auge ein echter Hingucker.

Fazit

Innert wenigen Minuten bin ich wieder in meiner Kindheit gewesen. Nicht nur das mich Puppeteer an einzelne bekannten Kindheitsgeschichten, die hier ein wenig brutaler präsentiert werden, erinnerte, es ist auch wie ein Märchen aufgebaut. Es ist beeindruckend welchen Wandel der Titel während dem Spielen durchlebt und das sich nahezu kein Setting oder besser gesagt kein Akt dem anderen gleicht. Auch die eigentliche Story wird witzig erzählt und lässt einem immer wieder mal in alten Geschichten schwelgen. Dazu kommt, dass das ganze Spiel überaus detailliert und schön gestaltet wurde. Einziges Manko, der Koop-Modus wirkt eher etwas halbherzig, da dieser nur eine Nebenrolle einnimmt. Puppeteer sollte sich keiner entgehen lassen, welcher nicht schon an LittleBigPlanet seine Freude hatte. Ähnlich und doch was ganz Neues. Ich kann es nur empfehlen.

88%


Leserwertung: 0

Weitere Beiträge zum Thema: , ,


Über den Autor

Zockt seit der Kindheit auf allem, was ein paar Knöpfe und ein Steuerkreuz hat. Besondere Vorlieben ist alles was Spass macht. Von der Plastikgitarre bis zum coolsten Shooter wird dabei nichts ausgelassen. Alles wird probiert. Gamet seit der GameBoy auf den Markt gekommen ist und ist seit 2006 Mitglied des GameCity Teams. Gaming Motto: Erst zocken, dann urteilen!



Back to Top ↑