Testlabor Rain

Veröffentlicht am 4. Oktober 2013 von Adrian Dermon

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Rain

Jeder kennt’s: es ist Wochenende und es regnet in Strömen. Aber welches Spiel passt am Besten zu einem solchen Regenwetter? Natürlich werden jetzt viele GTA V rufen, doch für diejenigen, die es ruhiger möchten, gibt einen besseren Titel, der zur richtigen Stimmung beiträgt, die Antwort ist Rain.

Bilderbuchgeschichte
Statt Geballer und Hektik gibt es hier eine Geschichte wie aus einem tollen Bilderbuch, das auch Erwachsenen gefällt. Ihr hört keine Stimmen, ausser eurer eigenen Erzählstimme im Kopf, welche euch die kurzen Sätze auf dem Bildschirm vorliest. In Rain spielt ihr einen Jungen, der in einer regnerischen Nacht aufwacht. Als er aus dem Fenster blickt, sieht er eine Silhouette eines Mädchens, die nur durch den Regen sichtbar wird. Doch sie ist nicht allein, denn ein komisches Monster, welches auch unsichtbar zu sein scheint, verfolgt sie. Das Mädchen und die Kreatur verschwinden so schnell, wie sie gekommen sind. Der Junge macht sich Sorgen und geht aus dem Haus und möchte das Mädchen finden. Als er in den Regen tritt, verschwindet auch er. Was ist passiert? Wer und wo ist das Mädchen? Und das wichtigste: In welche Welt ist er auf einmal hineingeraten und wie kommt er wieder nach Hause? Genau gleich wie dem Jungen ergeht es dem Spieler, der nun versucht die Geheimnisse zu lösen.

Unsichtbar
Ihr steuert nun den kleinen Protagonisten auf der Suche nach all diesen Fragen durch eine wundersame Welt, die eigentlich die Stadt wäre, welche euer Charakter so gut kennt. Doch durch den Regen und die Nacht hat sie sich verändert. Als sei dies nicht schon beängstigend genug, laufen überall unsichtbare Kreaturen herum, die euch schnappen wollen. Dank dem Regen werden ihre Silhouetten sichtbar, wie auch eure eigene. Auf dem Regen basiert dann auch das ganze Spielsystem. Ist euer Charakter im Regen, wird er für die Monster sichtbar und sie verfolgen ihn. Um sich zu verstecken, muss er einfach unter einer trockene Stelle stehen, da er dann wieder unsichtbar wird und so an den Monster vorbei kommt. Da man keine Waffen oder Abwehr hat, müsst ihr immer mit Bedacht vorgehen. Mit der Zeit tauchen neue Monster auf, die anders umgangen werden müssen. Nur das erste und grösste Monster, dass das Mädchen und später auch den Jungen verfolgt, ist anders und um einiges aggressiver. Dieses wird euch einige Male begegnen und in dem eigentlichen ruhigen Abenteuer euren Adrenalinpegel in die Höhe schnellen lassen. Hier kommen wir eigentlich zu den wenigen Kritikpunkten im Spiel. Die verschiedenen Monster oder auch einige Spielereien wie zum Beispiel der Schlamm, welchen den Charakter auch im Trockenen sichtbar macht, kommen viel zu kurz vor. Oft dauert ein Auftritt einer Kreatur nur einen kurzen Abschnitt, wo euch eine Anzeige auch noch erklärt wie ihr vorgehen müsst, um danach nie mehr aufzutauchen. Zwar habt ihr nicht das Gefühl einen Abschnitt zweimal zu spielen, doch ist es irgendwie schade, dass einige Elemente später nicht mehr eingesetzt wurden.

Tolle Stimmung
Rain wird viele von euch auf Anhieb faszinieren. Dies liegt nicht an der Grafik, die sicherlich besser sein könnte, sondern durch die perfekte Stimmung. Ihr habt das Gefühl ein Kunstwerk oder ein Kinderbuch selbst zu spielen. Dazu begleitet einfache Musik euch durch die Stille, die nur durch das Stapfen der Füsse des Charakters und deren der Monster übertönt wird. Diese Stimmung und die wirklich faszinierende und doch so einfache Geschichte halten euch bis zum Schluss am Controller. Jedoch ist Rain bereits nach knapp drei bis vier Stunden vorbei und ihr seht den Abspann, der manche mit einem Fragezeichen und andere mit einem Lächeln zurück lässt. Um den Wiederspielwert zu erhöhen, können diejenigen, welche es dann noch Lust haben Notizen in den Level finden, die mehr über die Welt und die Story erzählen. Eine sicherlich nette Idee, um die Spielzeit ein bisschen zu erhöhen.

 

Fazit

Es ist schon faszinierend, wie sehr Rain mit seiner einfachen Spielidee und der fantastischen Erzählweise fasziniert hat. Es war wie ein gute Kurzgeschichte, die mich träumen und mit den unsichtbaren Protagonisten mitfiebern liess. Wenn ich dem Spiel was vorwerfen kann, dann nur, dass es viel zu kurz ist. Aber auch deshalb ist es jedem zu empfehlen, der an einem Regentag eine wunderbare Story erleben möchte.

90%

Ein weiteres Kunstwerk


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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