Testlabor Reality Fighters

Veröffentlicht am 13. Februar 2012 von Cornelia Zogg

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Reality Fighters

Ein weiteres Beat’em Up für auf den Weg. Nicht schon wieder. Das mögen einige vielleicht denken. Aber Reality Fighters ist nicht irgendein Beat’em Up. Es hat einen ganz eigenen Zweck: Nämlich euch auf euer persönliches Schlachtfeld zu schicken. Das Spezielle an Reality Fighters ist die AR Funktion, die bei diesem Titel im Zentrum steht. Da ist es also weniger das ausgefeilte Kampfsystem, das euch locken soll, sondern die kleinen Sidefeatures des Spiels.

Hauptpunkt von Reality Fighters ist sicherlich, dass ihr in eurer eigenen Umgebung kämpft. Auf dem Schreibtisch, draussen auf der Strasse oder auf eurem Bett; völlig egal, die Kämpfer prügeln sich dort, wo ihr sie prügeln lassen wollt. Wählt ihr als Kampfhintergrund die AR Kamera, so fixiert sie sich auf den Punkt, auf den ihr mit der Kamera zeigt und lässt die Spieler dort auftreten. Das sieht dann schon ziemlich witzig aus – das muss ich zugeben. Leider erkennt die Kamera keine Tischkanten oder Abgründe, so kann es gut sein, dass eurer Charakter dann auch mal plötzlich über dem Fussboden schwebt.

Witzige Aufmachung
Reality Fighters lebt ganz klar vom schrägen Humor. Das beginnt nur schon bei den Kampfstilen, die ihr eurem Charakter geben könnt. Kung-Fu ist da noch das simpelste. Aber wer den Kampfstil Ballett, Zombie oder Zauberer wählt, hat dann schon eher was aussergewöhnliches. Da heissen die Attacken dann plötzlich “Doppelter écart-jeté” und “Dreifach-Fouetté” im Ballett oder “Armnager” bei den Zombies. Aber der Spass beginnt schon beim Charakter erstellen. Dazu könnt ihr mittels AR Funktion ein Foto von euch aufnehmen und auf einen Kämpferkörper setzen, den ihr dann beliebig verändern könnt. Frisur, Körpermasse, usw. Die Kleidung ist dann auch eher ausgefallen. Boratbikini, Ballett-Tütü, Clownschuhe, Disco-Jacken, Hasenohren, Bananenkostüme, da ist für jeden etwas dabei und der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Weitere Items könnt ihr im Laufe des Spiels zusätzlich mit erspielten Sternen kaufen und freispielen. So seid ihr ständig daran, eure Charaktere wieder umzuändern.

Mister Miyagi gibt sich die Ehre
Der Storymodus ist eher dürftig. Ihr bittet den grossen Mister Miyagi darum, euch zu trainieren. Der weise Bonsai-Liebhaber aus Okinawa dürfte den meisten von euch aus den alten Karate Kid – Filmen ein Begriff sein. Dass er nur so seltsame Figuren trainiert, hinterfragen wir besser nicht. So tretet ihr nacheinander gegen seine Schüler an und bezwingt sie, um euer Training abzuschliessen und Mister Miyagi zu beeindrucken. Der Storymode ist zwar recht eintönig, aber die Kommentare von Miyagi sind so skurril und witzig, dass ihr euch wohl ab und an ein Grinsen nicht verkneifen könnt.

Kampftechnisch eher mau
Das Spiel an sich ist dann vom Gameplay her leider nur dürftig Komplex. Es gibt zwar einige Combos, aber es fällt deutlich auf, dass hier das Augenmerk weniger auf ein ausgefeiltes Gameplay als auf ein skurriles AR-Abenteuer gelegt wurde. Viele Möglichkeiten wie in klassischen Beat’em Up-Spielen habt ihr nicht wirklich und so wird das Spiel auf die Dauer dann doch etwas eintönig. In punkto Umfang kann Reality Fighters also sicherlich nicht mit anderen Grössen wie Soul Calibur, Tekken oder Street Fighter mithalten. Leider konnten wir den Multiplayer noch nicht testen, da zurzeit noch niemand wirklich online am Zocken ist. Ich bin aber ziemlich sicher, dass das fröhliche Zocken mit Freunden hier doch ein ziemlich grosser Punkt ist, den es zu beachten gilt. Weil dieses aberwitzige Spiel gemeinsam wohl noch ein Spürchen mehr Spass macht als alleine.

AR schön, Rest… naja
Natürlich habt ihr mit der AR Funktion den kompletten Durchblick. Leider bei den Figuren nicht. Die Animationen sind zwar schön und fliessend, das Menü bunt gestaltet, aber die Charaktere im Ring sind dann doch eher mindere Qualität was die Optik betrifft. Und damit meine ich nicht übergewichtige Kämpfer im Borat-Bikini sondern kantige Texturen, unscharfe Gesichter und eher dürftige Hintergründe. Der Sound allerdings ist wiederum ziemlich witzig und gelungen, vor allem die einzelnen Geräusche passend zu den Kampfstilen ist doch recht cool.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Nun, was soll ich sagen. Reality Fighters ist sicherlich nicht auf ein ausgefeiltes Beat'em Up Gameplay ausgelegt. Hier geht es viel eher um den Spass und die Freude an der AR Funktion und daran, seine aberwitzigen Kämpfer in der persönlichen Umgebung gegeneinander antreten zu lassen. Die Story ist eher dürftig, die Optik der Charaktere auch, allerdings macht der Humor des Spiels einiges wieder wett und bietet sicher einige Stunden witzige Unterhaltung. Leider konnten wir den Multiplayer noch nicht testen, aber mit Freunden macht das Spiel sicher noch mehr Spass. Leider kann aber Reality Fighters nur für einige Stunden Spass bieten, der Umfang ist für ein Beat'em Up doch eher gering und für richtige Kampfmaschinen unter euch werden die wenigen Combos und Attacken wohl nicht genügend Action bieten. Für Freunde von skurrilem Humor und ein bisschen "Vermöbelspass" für Zwischendurch sicher einen Blick wert. Aber nicht für eingefleischte Beat'em Up-Fans.

3.2

Befriedigend


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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