Testlabor Red Dead Redemption

Veröffentlicht am 31. Mai 2010 von Adrian Dermon

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Red Dead Redemption

Auf in den Westen

John Wayne und Clint Eastwood sind wohl allen bekannt, die schon mal einen Westernfilm angeschaut haben. Denn sie sind die Helden in unzähligen Westernklassikern. Ein weiterer Name in diesem Filmgenre ist Sergio Leone, Regisseur von Filmen wie “2 glorreiche Halunken” oder “für eine Handvoll Dollar”. Kein anderer Regisseur konnte Westernszenen mit so toller Atmosphäre hervorbringen. Nun versuchen die Jungs von Rockstars dieselbe Atmosphäre in ein Spiel zu packen, wie es Sergio Leone in seinen Filmen getan hat.

Einsamer Cowboy

Wie in fast jedem guten Western schlüpft ihr in die Rolle eines wortkargen aber charismatischen Cowboys. In diesem Fall heisst euer Protagonist John Marston. John wird von der Regierung in den Westen geschickt um einen ehemaligen Bandenkollege zur Strecke zu bringen. Warum er als ehemaliger Verbrecher nun für die Regierung arbeitet und was in seiner Vergangenheit geschehen ist, erfahrt ihr im Laufe des Abenteuers. Über die Geschichte verliere ich kein Wort mehr, um nicht zuviel zu verraten. Jedoch erwarten euch viele Überraschungen.

GTA im Westen?

Wer GTA IV gespielt hat, wird sehr viele Elemente im Spiel wieder erkennen. So gibt es wieder die selbe Übersichtskarte wie in GTA am Bildschirmrand und auch die Steuerung wurde fast gleich übernommen. Dies ist auch gut so, denn beides funktioniert auch hier hervorragend. Wie Nicco trifft auch John auf seinen Abenteuer auf skurrile Charaktere. Dennoch ist Red Dead Redemption kein GTA Abklatsch sondern ein eigenständiges Spiel mit seinem eigenem Charme. Wenn man GTA jedoch schon besitzt fällt der Einstieg leichter.

Es gibt viel zu tun

In typischer GTA Manier dürft ihr euch in einer offener Spielwelt frei bewegen. Die Übersichtskarte zeigt euch alle wichtigen Informationen an. So seht ihr immer gleich wo es Missionen gibt, die für den weiteren Storyverlauf wichtig sind. Diese sind noch recht abwechslungreich gestaltet und werden oft mit einer kurzen Videosequenz präsentiert. Natürlich gibt es auch Nebenmissionen, für welche ihr euch Geld oder Ruhm und Ehre verdient.

Hast du mal ne Minute?

Da ihr in Red Dead Redemption im Gegensatz zu GTA oftmals auf euren Wegen durch offene Prärie reitet, könnte man annehmen, dass die Reitanlagen zu den verschiedenen Punkten langweilig sind. Jedoch hat das Spiel viele zufällige Minimissionen eingebaut, die euch bei Laune halten. So reitet ihr z.B. gemütlich am Weg vorbei, als ihr jemand um Hilfe rufen hört. Nun habt ihr die Wahl ob ihr demjenigen hilft oder einfach vorbei reiten wollt. Viele dieser Minimissionen dauern nur eine Minute, bringen aber nochmals das Gefühl auf, dass immer überall etwas geschieht. Auch die vielen wilden Tiere, die euch auch angreifen, tragen ihr Teil dazu bei. Egal ob ihr aber eine Haupt-, Neben- oder Minimission absolviert, das Spiel bewertet eure Taten. Helft ihr eher dem Gesetz so steigt euer Ruhm und die Verbrecher fürchten euch. Geht man aber auf Raubzüge oder tötet unschuldige Menschen, dann werdet ihr vom Gesetz gejagt. Am Anfang werdet ihr wie in GTA verfolgt; entkommt man, ist jedoch immer noch ein Kopfgeld auf euch angesetzt. Dieses könnt ihr aber auch bezahlen, wenn ihr wollt.

Schnell reisen

Um im wilden Westen von einem Ort zum anderen zu kommen, hat John mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. So darf er für ein paar Dollar mit der Postkutsche oder mit dem Zug reisen. Noch optimaler ist aber die neue Schnellreisefunktion. Egal wo John gerade ist, kann er ein Lager aufstellen, wo er sich erholen darf oder eben die genannte Schnellreisefunktion aktviert. Alle schon besuchte Orte sind damit passabel und rasch zu erreichen. Eine wirklich sinnvolle Funktion.

Ein Mann, viele Pferde

Die meiste Zeit im Spiel bewegt ihr euch aber auf dem Rücken eines Pferdes fort. Zwar gibt es im späteren Verlauf vereinzelt auch Autos als Fortbewegungsmittel, die Pferde eignen sich trotzdem besser. Die Steuerung ist dabei hervorragend einfach und ihr habt euer Pferd immer im Griff. Die Pferde selbst gibt es überall zu kaufen oder zu stehlen. Wobei zweiteres euch auf die Fahndungsliste bringt. Ihr habt aber auch die Möglichkeit Wildpferde zu fangen und in einem kurzen Minispiel zu zähmen. Bei allen Pferden muss man aber zuerst dass Vertrauen gewinnen, in dem man oft mit ihm reitet. So steigen die Ausdauer und das Pferd bleibt auch bei heftigeren Schusswechsel ruhig. Die Pferde unterscheiden sich zu dem in der Geschwindigkeit. Dies ist vor allem bei Rennen wichtig. Im Gegensatz zu Lucky Luke und seinem Jolly Jumper ist euer Pferd immer ersetzbar. Das heisst wenn euer Pferd stirbt, holt ihr einfach ein Neues. Dies ist sehr schade, hätte man hier doch noch eine Beziehung zwischen Tier und Reiter machen können. So bleibt das Pferd ein austauschbares Objekt im Spiel.

Schiessereien

Was wäre ein Western ohne die Schiessereien. So gibt es auch hier die verschiedensten Situationen von wildem Geballere bis zu Mann gegen Mann Duelle. Bei offenen Kämpfen ist das Deckungssystem sehr wichtig. Denn John verträgt nicht viele Kugeln. So schiesst man oft von geschützten Positionen aus auf die Gegner. Diese verhalten sich noch relativ intelligent, haben aber manchmal auch Aussetzer. Seid ihr von mehreren Feinden umzingelt oder tragt gerade ein Duell aus so aktiviert ihr den sogennanten Dead Eye Modus. In diesem färbt sich der Bildschirm rot und alles bewegt sich in Zeitlupe. Ihr könnt in der Zwischenzeit mehrere Gegner oder Punkte anvisieren. Ist der Dead Eye Modus vorbei, schiesst John schneller als sein Schatten genau auf die anvisierten Punkte. Auch Minispiele wie fliegende Vögel abzuschiessen, sind so lösbar. Besonders in den High Noon Duellen kommt es auch auf eine schnelle Reaktion von euch an. Wie in den Filmen müsst ihr in diesen einfach schneller ziehen als euer Konkurrent, was nicht immer einfach ist.

Noch viel viel mehr

Obwohl die Missionen schon viel Abwechslung mit sich bringen, gibt es noch viel mehr zu entdecken. Alles aufzuzählen, was ihr als Cowboy so tun könnt, würde aber zu lange dauern. Deshalb hier mal eine kleine Auflistung was John in seiner Freizeit machen darf: Glücksspiele (Pokern, Würfeln), auf Schatzsuche gehen, Kopfgelder jagen (tot oder lebendig), Pferderennen bestreiten, Pferde einreiten, Wildtiere jagen uvm. Ihr seht schon, für jeden ist etwas dabei.

Mehrspieler Spass

Red Dead Redemption konzentriert sich zwar mehrheitlich auf den Einzelspielerpart, aber auch die Mehrspieler unter euch kommen auf ihre Kosten. Neben den üblichen Modis wie Goldsack schnappen (Capture the Flag) und Deathmatch ist vor allem der Koop-Modus sehenswert. In diesem dürft ihr mit bis zu 6 Freunden eine Bande bilden und in der riesigen Einzelspielerwelt auf Beutezug gehen. Dies verspricht viele Stunden Spielspass auch online.

Atmosphäre pur

Auf fast allen Seiten sprach ich von der riesigen und offenen Spielwelt. Rockstar ist es dabei gelungen eine funktionierende authentische Welt zu erschaffen. Diese sieht einfach nur fantastisch aus. Man könnte stundenlang nur damit verbringen in den Sonnenuntergang zu reiten. Im Gegensatz zu Spielen wie Just Cause 2 gibt es aber auch viele verschiedene Tierarten, damit sogar die Prärie wirklich lebendig wirkt. Dazu sind dank der sehr guten Engine auch die Animationen, egal ob Mensch oder Tier, über alle Zweifel erhaben. Die Geschichte selbst wird in Videosequenzen weiterzählt. Diese sehen super aus. Neben der tollen Grafik passt die Sounduntermalung perfekt zum Spiel. Tolle Musikstücke begleiten euch beim Ritt durch die Landschaften und die englischen Sprecher sind perfekt auf die jeweilligen Charaktere abgestimmt. Ihr habt wirklich das Gefühl in einem Wild-West Film zu sein. Einzig und alleine die wenigen Pop-Ups stören ein wenig das sonst fast perfekte Gesamtbild. Ich selbst steige nun wieder in den Sattel und reite zum nächsten Abenteuer.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Was soll ich gross über das Spiel sagen ausser WOW! Schon lange kam kein Spiel heraus, dass eine solch grosse Spielwelt mit so vielen Details aufweist. Überall geschieht etwas und sei es nur beim vorbei reiten. Wie in GTA IV haben es die Entwickler geschafft eine lebendige Spielwelt zu erschaffen. Dazu könnten die Charaktere direkt aus einem Wild-West Film stammen. Alles wirkt einfach fantastisch authentisch. Mit Red Dead Redemption brachten die Entwickler kein GTA Klon sondern ein eigenes Spiel heraus. Ganz klar dieses Spiel ist ein heisser Kandidat auf den Spiel des Jahres Titel. Pflichtkauf!

4.7


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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