Testlabor Resident Evil Operation Raccoon City

Veröffentlicht am 5. April 2012 von Marco Stirnemann

0

Resident Evil: Operation Raccoon City

Die Einleitung
Die Thematik dürfte vor allem alte Fans der Resident Evil-Reihe interessieren. Ihr spielt die Cleaner der Umbrella Company, welche in Resident Evil 2 & 3 in Raccoon City versucht haben die Lage unter Kontrolle zu bringen und alle Spuren zu verwischen. Beim Gameplay hat sich Capcom für einen Coop-Third-Person-Shooter entschieden. Die Idee klingt auf dem Papier nicht einmal so schlecht. Für das nächste Mal hoffen wir einfach, dass ein Entwickler wie Starbreeze den Auftrag erhält. Slant Six Games waren bisher bekannt für einige Spiele der Socom-Reihe. Sie müssten also verstehen wie sich ein Shooter mit einer Militäreinheit spielen müsste.

Das Gameplay
Das Team besteht aus sechs Söldnern, welche theoretisch alle eine Hintergrundgeschichte haben sollten, die dem Spieler näher bringt, warum sie zu diesem Einsatz gekommen sind. Da die Charaktere aber weder besonders redselig sind und vor allem bis auf wenige Ausnahmen nie ihr Gesicht zeigen, sondern immer eine Gasmaske tragen, ist eine Identifikation mit den Charakteren sehr schwierig.  Der Spieler wählt sich daher vor allem die Klasse aus, welche ihm zusagt. Hier gibt es nichts, was nicht schon Dutzende Spiele zuvor hatten. Vom Tank zum Saboteur bis zu Sanitäter ist alles dabei.  Schade nur, dass die Klasse im Spiel nicht wirklich spürbar ist.

Während der Story, welche nie über den Status einer Randnotiz hinaus kommt, wird der Spieler mit drei KI Kollegen von einem Szenario zum anderen gejagt. Die Aufgaben sind immer etwa dieselben. Es darf nichts überleben, was andere Fressen will, oder anderen davon erzählen könnte. Zwischen den Schiessereien mit dem Militär, der Polizei und den Hundertschaften von Zombies werden Beweise vernichtet oder Dinge in die Luft gesprengt. Natürlich könnte der geneigte Käufer nun denken, dass in vielen anderen Spielen nicht viel mehr gemacht wird. Das stimmt auch, doch die Einfallslosigkeit dieses Titels ist beispiellos. Operation Raccoon City will eine Mischung aus Gears of War und Left for Dead sein, doch die coolen Momente, welche beide Titel so erinnerungswürdig machen, fehlen hier komplett. Stattdessen darf man sich mit einer der dümmsten KI’s der letzten Jahre auseinandersetzten. Sobald auf dem Bildschirm die Action losgeht, rennen die Kameraden wie wilde Hühner in der Gegend rum. Die Gegner sind ebenfalls ziemlich doof, doch dieses Defizit wird durch eine sehr hohe Schussgenauigkeit wieder wettgemacht. Ein taktisches Vorgehen, wie es wohl gewollt wäre, wird so leider unmöglich.

Der Multiplayer
Die Missionen könnten alle im Koop-Modus mit bis zu vier Spielern erledigt werden. So würde der Titel eigentlich auch Spass machen, doch die verlangte Taktik ist auch hier nicht umzusetzen, da die KI-Gegner durch ihre unüberlegten Kamikaze-Aktionen ein actionorientiertes Spielen erzwingen. Witzig ist die Tatsache, dass schwer verletzte Spieler zu Zombies werden können und dann ihre eigen Kollegen angreifen müssen. Leider ist die Zombiesteuerung ein Graus und für die menschlichen Spieler stellt es keine Herausforderung dar, den verwandelten Mitspieler zu beseitigen.

Die Präsentation
Optisch schwankt der Titel zwischen atmosphärisch und detailarm. Die Aussenareale mit den brennenden Autos und der Zerstörung in der Stadt sehen ziemlich cool aus. Die Innenlevels sind dagegen detailarm und ähneln sich zunehmend. Generell wirkt das Spiel immer etwas zu Dunkel. Coole Spielereien mit Licht und Schatten sucht der Spieler vergeblich. Der Soundtrack geht in Ordnung, doch die deutsche Vertonung hätte schlechter kaum sein können. Auch hier sind wohl die Sprecher so uninspiriert gewesen wie die Spielentwickler.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Ich kann nur sagen: SCHADE! Resident Evil: Operation Raccoon City hätte ein toller Titel werden können - wäre die Story besser erzählt, die Charaktere interessanter gestaltet, die KI nicht so grottig, die Sprachausgabe nicht so verkorkst, die Kämpfe gegeben Menschen und Zombies intensiver inszeniert und hätte das Teamplay funktioniert. Nach ein paar Stunden mit dem Spiel weiss ich nicht, ob ich froh sein soll, dass es für mich erledigt ist, oder sauer, dass aus der guten Ausgangslage, die der Titel hatte, so wenig gemacht wurde. Ich kann nur jedem empfehlen die Finger von dem Spiel zu lassen und Raccoon City so in Erinnerung zu behalten, wie wir es aus Resident Evil 2 & 3 kannten.

2.3

Mangelhaft


Weitere Beiträge zum Thema: , , ,


Über den Autor

Niemand kommt mit einem Controller in der Hand auf die Welt. Als Marco jedoch mit seinen sieben Jahren den ersten SEGA Megadrive Controller in der Hand hielt, wusste er seine Bestimmung. Vorbei waren die Zeiten des C64 und der ewigen Disketten Sucherei. Der Amiga 2000 staube vor sich hin. Ab dem 25.12.1990 trat Sonic in das Leben von Marco. Ab diesem Tag war Sega nicht einfach ein Hersteller der coolsten Arcade Automaten, es wurde zu einer Religion. Noch heute blutet Ihm das Herz als es mit dem Dreamcast (die vielleicht beste Heimkonsole aller Zeiten) vorbei war. Heute kann er sich nur noch selten über ein neues Sega Spiel freuen. Sonic ist seit der Dreamcast Zeit nur noch ein Schatten seiner selbst und so wird in der Not auch zu Nintendo Produkten gegriffen.



Back to Top ↑