Testlabor Resonance of Fate

Veröffentlicht am 27. April 2010 von Cornelia Zogg

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Resonance of Fate

Resonance of Fate ist ein RPG der anderen Art. Es wird scharf geschossen in dieser apokalyptischen Welt. Und nicht nur das.

Eine ungemütliche Welt

Die Welt ist kaum noch bewohnbar. Durch Verschmutzung wurde beinahe die gesamte Bevölkerung der Erde ausgerottet und die Überlebenden finden Zuflucht in einem riesigen Turm. Der Turm namens – und jetzt haltet euch fest – Basel! Ein Turm mit verschiedenen Ebenen, die nur mit Aufzügen erreicht werden können. Und wie es der Kapitalismus verlangt: Die Reichen wohnen etwas höher als die Armen, während die Armen dann auch noch in kleinen, von Kriminalität und Gewalt verseuchten und zerstörten Städten leben.

Im Inneren des Turmes befindet sich eine Maschine, die zum Zweck hat, die Erde von den giftigen Gasen zu reinigen und die Erde so wieder bewohnbar zu machen. Aber das dauert lange. In dieser Zeit hat sich die Bevölkerung in Basel entwickelt. Ich starte in der Stadt Ebel und kontrolliere die drei Protagonisten Vashyron, Leanne und Zephyr, Mitglieder der Jägergilde, die für die Reichen der oberen Ebenen Botengänge erledigen. Das mache ich auch eine ganze Weile, bis die Story irgendwann ins Rollen kommt.

Das knallharte Leben

Basel wirkt den Umständen entsprechend trostlos und mechanisch. Selbst die Welt rund um die kleinen Städte von Basel ist zerstört und heruntergekommen, tristes Grau und Rostbraun bestimmen die Umgebung. Riesige Zahnräder und Maschinen befinden sich sogar im Hauptquartier – der Wohnung meiner drei Protagonisten. Hat aber was extrem Stylisches und ich merke bereits jetzt: Das wird ein düsterer Spass! Nichts mit Blumenwiesen und hübschen Wäldern, durch die ich mich durchkämpfe. Hier warten Maschinen und Slums.

Her mit der Knarre

Als erstes mache ich mich auf den Weg zur Arena, wo das Kampftutorial auf mich wartet. Und was für ein Tutorial! Eine geschlagene Stunde wälze ich mich durch die 16 Kampfkapitel. Lerne, mit meinen Maschinengewehren und Pistolen umzugehen. Denn damit wird auf diesem harten Pflaster gekämpft. Ich lerne verschiedene Attacken und natürlich auch, wie ich mich im Notfall verhalten muss. Aber meistens hat man im Notfall-Zustand eh schon verloren. Jedenfalls deutet das Tutorial bereits an, was auf mich zukommt.

Und dann kam der Frust

Ich erreiche das erste Kapitel und los geht’s. Die Kämpfe im Prolog sind heilig gegen das, was folgt. Es wird anspruchsvoll. Und frustrierend. An dieser Stelle gilt es zu sagen, dass ich die Geduld nicht gerade gepachtet habe. Wenn ich einen Boss fünf bis zehn Mal machen muss, um ihn zu schlagen, komme ich gut damit klar. Aber bei dreissig Mal hat auch meine Geduld Grenzen! Und das ist in diesem Spiel der Fall. Die Kämpfe sind knallhart. Und sie trieben mich an den Rand der Verzweiflung.

Das Kampfprinzip ist zwar hart, aber witzig. Ihr könnt euch frei auf dem Kampffeld bewegen und eure Charaktere steuern. Vor einem Schuss müsst ihr laden – also warten, bis sich eine Leiste gefüllt hat. Werdet ihr allerdings in dieser Zeit angegriffen, müsst ihr von vorne beginnen. Ausserdem habt ihr pro Charakter pro Runde nur eine gewisse Zeit zur Verfügung. Da kann es gut mal sein, dass ihr dreimal versucht zu laden, drei mal darin unterbrochen werdet und unverrichteter Dinge die nächste Runde abwarten müsst.

Etwas Special muss sein

Neben den Standard-Angriffen habt ihr allerdings noch Spezial-Angriffe zur Verfügung. Den Heldenangriff zum Beispiel. Mit dem könnt ihr quer über das Feld rennen und gleichzeitig schiessen. Dabei könnt ihr auch während dem Heldenangriff noch weitere Spezialangriffe starten, wie den Bonus-Schuss o.ä. Jedenfalls habt ihr beim Kämpfen alle Hände (und Buttons) voll zu tun, und das macht richtig Laune! Wie erwähnt ab und zu mit erhöhtem Frustfaktor, aber es gibt ja Masochisten, die genau das wollen. Oder?

Erwähnenswert ist sicher noch das Waffen-Upgrade. Denn in diesem RPG levelt ihr nicht eure Charas was das Zeug hält, sondern eure Waffen. Je mehr Schaden ihr anrichtet, desto schneller steigt die Stufe eurer Waffe an. Ausserdem könnt ihr sie mit Items und Bauteilen upgraden und modifizieren, damit sie euch im Kampf noch besser zur Seite stehen. Und glaubt mir, die Upgrades werden euch das Leben retten. Oder die Nerven! Denn ohne Upgrades geht nicht viel auf dem Schlachtfeld.

Ich liiiiebe Puzzles

Auf der Weltkarte, bzw. der Turmkarte, bewegt ihr euch mit Hilfe eines Cursors. Die Weltkarte ist bedeckt mit kleinen Achtecken, sogenannten Energiezellen. Nach einem Kampf erhaltet ihr solche zusammengesetzten Achtecke und müsst euch so, ganz in altbewährter Tetris-Manier, euren Weg zu den vorgegebenen Missions-Orten frei puzzeln. Das ist ein Feature, das mir persönlich sehr gut gefallen hat. Es war wirklich lustig, die verschiedenen Energiezellen so einzupassen, dass ich meinen Weg unbeschwert fortsetzten konnte.

Zufällige Kämpfe

Mit der Zeit erhaltet ihr auch farbige Energiezellen, mit denen ihr dann versteckte oder bis zu dem Zeitpunkt noch verschlossene Pfade freipuzzeln könnt. Ausserdem verfügen einige Felder über Schätze, also Items, die ihr erhaltet, wenn ihr das entsprechende Feld mit einer Energiezelle frei schaltet. Bewegt ihr den Cursor über diese Energiezellen, um beispielsweise in eine nächste Stadt zu gelangen, kann es zu Zufallskämpfen kommen. Aber nicht nur dort gilt es, sich zu verteidigen.

Beispielsweise wenn ihr eine Stadt betretet. Ihr gelangt in eine Kampfarena und müsst dort die Gegner alle ausschalten, dann bewegt ihr euren Chara in den nächsten Abschnitt und fahrt dort fort und so weiter. Die verschiedenen Abschnitte werden euch oben rechts ebenfalls in Achtecken angezeigt und ihr könnt daran erkennen, wie weit ihr noch gehen müsst, um den Boss zu erreichen. Diese Kämpfe werden aber leider irgendwann etwas eintönig, da ihr grundsätzlich das Spiel über damit beschäftigt seid, euch durch solche „Arenen“ zu ballern.

Sound top, Grafik naja

Die Grafik wirkt ab und zu etwas antiquiert. Vor allem in den Städten und Dörfern wurde ich das PS2-Feeling nicht los. Die Charaktere sind zwar schön gemacht und auch die Cut-Scenes überzeugen, aber leider fehlen den Gesichtern der Ausdruck und die Tiefe. Alles in allem also solide, aber im Gegensatz zu anderen Spielen, die momentan auf dem Markt sind, grafisch leider eher unteres Niveau. Die Texturen wirken dann auch oft etwas verwaschen. Der Sound und die Synchro können allerdings gut mit anderen Games mithalten.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Wer etwas Geld für zersplitterte Fensterscheiben und Fernseher hat, oder eine weiche Auffangfläche für fliegende PS3-Pads (bei mir wars der Sitzsack), dem sei dieses Spiel wärmstens zu empfehlen. Die Kämpfe sind hart und fordern Nerven wie Drahtseile, aber das Gameplay überzeugt auf der ganzen Linie. Das Vorwärtskommen mit den Energiezellen ist innovativ und witzig, das Kampfsystem ist ausgefeilt. Die Story ist zwar erstens eher schleppend, zweitens nicht wirklich der Bringer, aber trotzdem macht das Spiel Spass. Höchst anspruchsvolle Kämpfe, zahlreiche Missionen, ein innovatives Gameplay! Für alle RPG-Fans, denen Final Fantasy 13 zu leicht war, ist dieses Spiel garantiert das Geld wert!

3.6


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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