Testlabor Rugby world cup 2011

Veröffentlicht am 13. September 2011 von Marc Röthlisberger

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Rugby World Cup 2011

In der heutigen Zeit gehen wir ja gerne davon aus das Lizenzen nur Formsache sind. Da der Titel mit Rugby World Cup 2011 ja auch einen offiziellen Namen besitzt sowieso. Doch der Schein trügt. Leider sind von mehr als der Hälfte der 20 Mannschaften keine Lizenz vorhanden. Nicht einmal die Lizenzen der Gastgeberländer Neuseeland und Australien konnten erworben werden. Ob die Spieler den Originalen wenigstens ähnlich sehen, kann ich selber leider nicht beurteilen, aber nachdem ich mich im Internet informiert habe, kann ich euch sagen, dass dies anscheinend nicht der Fall ist. Schade, hier haben die Entwickler also bereits einiges in den Sand gesetzt.

Rugby? Kann man das essen?
Nun vielen wird es genau so gehen, denn von Vornherein wird der Spieler ins kalte Wasser geworfen. Wer also das Rugby Regelwerk (wie ich) nicht kennt, hat einen sehr schweren Stand, denn obwohl die Steuerung relativ einfach gehalten wird, ist es für nicht Kenner dieses Sports enorm schwer, ins Spiel zu finden. Beispielsweise bei einem verlorenen Ball. So muss der Spieler mit mit einer Taste um den Ball kämpfen und diese wird mit einer Energieleiste angezeigt. Doch Achtung, wird diese Rot so begeht der Spieler ein Foul. Dies ist das beste Beispiel für learning bei doing. Doch dies funktioniert nur schwerfällig, sodass der Spielspass leider ziemlich schnell flöten geht.  Die Steuerung an sich ist aber glücklicherweise sehr einfach und es wird mehrheitlich mit zwei Tasten gespielt.

….Werden wir Weltmeister sein!
Nun gut, der Titel des Spiels ist zwar Rugby World Cup, doch dennoch sollten mehrere Modi vorhanden sein. Zunächst gibt es  noch die sogenannte Vorbereitungstour, bei welcher ihr in verschiedene Zonen der Welt reist, um euch auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten. Natürlich sind zu Beginn noch nicht alle Zonen freigeschaltet. Dies tut ihr, indem ihr ganz einfach die diversen Vorbereitungsspiele gewinnt. Gesagt getan und lange bindet euch dieses Vorhaben dann auch nicht an den Bildschirm. So könnt ihr beruhigt nach Neuseeland oder Australien fahren und um den Weltmeistertitel spielen. Doch wenn die WM erst durchgespielt wurde, (und dies ist bereits nach acht Spielen geschehen) und ihr als Weltmeister feststeht, was dann? Dann gibt es keinerlei Möglichkeit mehr, ausser dem Place-Kick Shootout.  Dies ist ein erweitertes Elfmeterschiessen, das wir von Fussball kennen. So müsst ihr einfach den Ball zwischen die Stangen hauen. Leider ist auch dieser Modus nicht dazu geeignet, den längerfristigen Spielspass aufrecht zu erhalten.

Zusammen reissen wir… äh… den Ball aus dem Dreck
DerMultiplayermodus ist die wohl letzte Hoffnung des Spiels, denn wie wir bereits seit Computerspielgedenken wissen, machen Sportspiele mit Freunden mehr Spass. An einer Konsole könnt ihr mit drei Freunden zusammen bzw. gegeneinander Spielen. Fakt ist, wenn alle die Regeln nicht kennen, macht es bedeutend mehr Spass. Das ganze sieht Online leider etwas anders aus. Zum einen könnt ihr es maximal mit einem Kontrahenten aufnehmen und zum Anderen wartet ihr doch eine ganze Weile darauf, endlich einen Gegner zu finden. Ich habe beispielsweise einmal rund 15 Minuten auf meinen Gegenspieler gewartet und konnte so noch kurz mit dem Hund Gassi gehen. Was bei mir gerade gut passte, wird jemandem der unbedingt spielen will, schnell auf die Nerven gehen.

Sag mal, was ist denn da auf dem Feld los?
Genau und so kommen wir bereits zur Kamereaführung und Grafik. Die Kamera ist eigentlich gut platziert, doch leider teilweise sehr weit vom Spielfeld weg. Dies ist wohl auch der Grund, warum so wenig auf den grafischen Aspekt des Spiels gelegt wurde. Mir ist klar, dass die Grafik in einem Sportspiel nicht die Hauptsache sein sollte, doch irgendwie sollte sie schon ein wenig mehr aufbringen. Zwar ist die Grafik nicht total übel, aber gut ist es auch keineswegs. Was den Sound betrifft, hatte das Entwicklerteam aber ein goldenes Händchen. So könnt ihr zu Beginn des Spiels wählen, welche eure Kommentatoren sein sollen. Am bekanntesten werden sicherlich Miles Harrison und Stuart Barnes sein, welche für Sky Sport kommentieren. So gibt es auch das englische Kommentatorenteam, jenes aus Frankreich usw. Leider wiederholen sich die Sätze, welche die Berichterstatter runterleiern, recht schnell und die Spieler werden auch nicht namentlich erwähnt. Noch etwas für diejenigen unter uns, die der Englischen Sprache nicht mächtig sind. Zwar ist das ganze Spiel komplett in Englisch gehalten, doch ihr sollte auch ohne Englischgenies zu sein zurechtkommen können.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Versteht mich nicht falsch, Rugby World Cup 2011 macht auf jeden Fall Spass. Dies jedoch leider erst, wenn ihr euch mühsam die Steuerung und Regeln selbst beigebracht habt. Was mich wirklich beschäftigt, ist die Tatsache, dass es nicht geschafft wurde zwanzig Teams zu lizenzieren. Wenn ich schon eine Simulation spiele, dann wenigstens mit original Spielernamen, Stadien und Aussehen! Auf Dauer geht der Spielspass dann auch flöten, da es zu wenig Modi gibt, die euch längerfristig an den TV fesseln können. Die Idee an sich wäre gut: Einfache Steuerung, Mehrspieler etc. doch die Umsetzung ist einfach nur Durchschnittlich. Wenn es kein Vollpreisspiel wäre, hätte ich durchaus Verständnis für die mangelhafte Umsetzung, doch da es dies ist, fehlt mir eben jenes Verständnis. Ich hoffe dennoch auf ein erfolgreicheres Comeback im 2012.

2.7

Durchschnittlich


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Über den Autor

Marc ist unsere Sportskanone - in zweierlei Hinsicht. Sportspiele sind seine Leidenschaft (und wir chancenlos) und Kanonen bedient er virtuell absolut zielgenau. Angefangen hat er mit Super Mario, mittlerweile zockt er quer durchs Beet alles. Ausser Prügelgames... die Memme! Spruch: "Früehner bin ich ihbildet gsi, hüt weiss ich das ich de best bin!!"



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