Testlabor Sherlock Holmes Crime & Punishment

Veröffentlicht am 11. November 2014 von Corina Ulmann

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Sherlock Holmes: Crime & Punishment

Sherlock Holmes ist wohl der Name schlechthin, wenn es um einen berühmten Detektiv geht. Nicht nur unzählige Bücher des erfolgreichen Autors und Erfinder Sir Arthur Conan Doyles, sondern auch diverse Filme, Serien und Spiele gibt es mittlerweile zur Kultfigur.

PC-Besitzer können schon seit Jahren die Fälle mit Sherlock Holmes und Dr. Watson lösen. Für die heimischen Konsolen ist dies erst seit kurzen der Fall. Sowohl “Sherlock Holmes: Jagt Jack the Ripper” und “Das Testament des Sherlock Holmes” konnte die Fangemeinde in ihren Bann ziehen. Mit “Sherlock Holmes: Crime & Punishment” schlägt der Entwickler eine neue Richtung ein. Anders als bei den Vorgängern gibt es nicht nur einen grossen Fall, sondern viele Kleine zu lösen. Insgesamt gilt es sechs Morde in sechs unabhängigen Fällen aufzudecken.

Die Fälle sind alle im Grunde genommen gleich aufgebaut. Es wird ein Verbrechen begangen und Scotland Yard ist auf die Hilfe des Meister Detektivs Sherlock Holmes angewiesen.  Wie sich sicher jeder denken kann, geht man gleich als erstes zum Tatort. Dort wird alles akribisch abgesucht, um jeden Hinweis, der der Täter hinterlassen hat, zu finden. Dabei hilft euch das Spiel aber immens. Sobald ihr über einen Hinweis wegschaut, wird dies auf dem Bildschirm angezeigt und man muss nur noch die Aktionstaste drücken. Wurde der Tatort untersucht, geht es darum, mehr Informationen  von den Zeugen zu erhalten. Viel falsch könnt ihr bei der Befragung nicht machen. Ein Punkt nach dem andrem abarbeiten und in seltenen Fällen wird eine Aussage von Sherlock als falsch dargestellt und ihr müsst mit dem richtigen Hinweis den Zeugen beziehungsweise den Täter konfrontieren. Sollte aber mal der falsche Hinweis verwendet werden, so keine Angst, das Spiel spult retour und es kann ein zweites, drittes oder viertes Mal versucht werden – bis der richtige Hinweis gefunden ist. Wer jedoch dem Spiel aufmerksam folgt, wird dort ohne Mühe auf Anhieb richtig entscheiden.

Dr. Watson hat noch in keinem der Vorgänger weniger unnütz dagestanden, wie in Crime & Punishment. Weder einen schlauen Hinweis noch sonst wie kann der gute Gehilfe in irgendeiner Weise Sherlock unterstützen. Er steht meistens im Weg rum und  versperrt diesen zugleich. Lediglich für einzelne Rätsel ist man auf den lieben Doktor angewiesen, sonst taugt die Figur eher weniger.

Nachdem jeder Hinweis und jede Aussage gefunden und untersucht wurde, geht es an das richtige Verknüpfen. Anders als bei den zwei Vorgängern gibt es nicht nur einen Lösungsweg, der Spieler kann selber entscheiden, ob ein Unschuldiger ins Gefängnis kommt oder nicht. Sobald ihr euch für eine Lösung entschieden habt, beginnt der Abspann des Falles. Am Ende des Falles kann jeder noch einmal prüfen, ob der Entscheid richtig oder falsch war. Bei einer falschen Entscheidung muss nicht der ganze Fall nochmals gespielt werden, sondern der Spieler kann einfach das Ende erneut wiederholen und die getroffene Wahl revidieren.

Eines darf in den Fällen natürlich auch nicht fehlen. Die Rätsel! Die Schwierigkeit reicht von sehr leicht bis fordernd. An einer Knacknuss haben wir uns jetzt nie die Haare ausgerissen. Da waren die Rätsel der Vorgänger dann doch noch etwas fordernder. Bei ungeübten Rätsellöser kann das eine oder andere Rätsel dennoch für rote Köpfe sorgen. Sollte dies einmal der Fall sein, kann jedes Rätsel übersprungen werden, somit muss auch kein Controller darunter leiden.

Zum ersten Mal begibt sich Sherlock und Dr. Watson auch auf der PlayStation 4 und der Xbox One auf die Suche nach dem Mörder. Der typische Look ist dabei wieder mit von der Partie, sieht aber deutlich schärfer aus. Anders als bei den Vorgängern ist die Sprachausgabe nun auf Englisch und nicht auf Deutsch, was vor allem denen, die nicht oder nur schwach die englische Sprache verstehen, eher ein Hindernis sein wird. Es gibt viel zu lesen und bei gewissen Aussagen muss auch alles verstanden werden, damit keine Verwirrung aufkommt. Zwar kann alles im Tagebuch nachgelesen werden, doch dies kann auf Dauer sicher nerven. Da hofft man doch, dass die Entwickler beim nächsten Spiel wieder die gewohnte deutsche Sprache integrieren, diese war nämlich gar nicht mal so schlecht. Trotz Next-Gen enttäuscht die Grafik in einer Hinsicht. Es ruckelt gelegentlich extrem und lässt auch Bildfehler zu. Schade, doch stark beeinflusst wird der Spielspass dadurch nicht.

Fazit

Sherlock Holmes: Crime & Punishment schlägt sich wacker und hat den Sprung auf die neuen Plattformen überstanden. Die Idee mit den mehreren Fällen lässt zwar mehr Spielraum, dennoch verliert das Spiel an Fahrt, weil es einfach zu schnell wieder zu Ende ist. Oft sitzt man da und sucht nach weiteren Hinweisen bis einem auffällt, dass bereits alle gefunden sind und nur noch ein Mörder hinhalten muss. Ein Fall lässt einem besser in die Welt eintauchen und vergrössert das Interesse den Mörder wirklich zur Strecke bringen zu können. Die Idee, mit den unterschiedlichen Tätern ist genial, da es nicht einem einzigen Leitfaden folgt. Die Rätsel sind allesamt machbar und wer nicht weiter kommt, kann dieses einfach überspringen. Das neue Sherlock Holmes kann ein weiteres Mal überzeugen und sorgt auch auf den Konsolen für spannende Spielstunden.

83%

Next-Gen Crime


Leserwertung: 1.3

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Über den Autor

Zockt seit der Kindheit auf allem, was ein paar Knöpfe und ein Steuerkreuz hat. Besondere Vorlieben ist alles was Spass macht. Von der Plastikgitarre bis zum coolsten Shooter wird dabei nichts ausgelassen. Alles wird probiert. Gamet seit der GameBoy auf den Markt gekommen ist und ist seit 2006 Mitglied des GameCity Teams. Gaming Motto: Erst zocken, dann urteilen!



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