Testlabor Sin & Punishment 2 Successor of the Skies

Veröffentlicht am 14. Mai 2010 von Federico Gagliano

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Sin & Punishment 2: Successor of the Skies

Kinder an die Macht
Die Welt von Sin & Punishment wird vom Krieg zwischen dem äusseren und inneren Universum geplagt. Das innere Universum erschuf die Menschheit, um sich gegen die Angriffe der äusseren Aliens zu erwehren. Kachi, ein Mädchen in Menschenform, wurde von den äusseren Mächten zur Erde geschickt um diese zu infiltrieren. Der junge Isa sollte genau das verhindern, doch als sich die beiden kennenlernen beschliessen sie sich zu verbünden. Die Armee des inneren Universums will die Kinder aber um jeden Preis aufhalten.

Wi(i)rre Story
So oder zumindest ähnlich klingt die Story von Sin & Punishment 2. Davon lässt sich aber nur wenig im Spiel finden. Selbst wenn man im Handbuch die Vorgeschichte nachliest, hat man keine Ahnung was im Spiel selber vor sich geht. Cutscenes können bedenkenlos übersprungen werden, da diese nur mehr Fragen aufwerfen. Dies hat zur Folge, dass man sich kaum für das Geschehen und die Charaktere interessiert. Wer gerne von der Story mitgerissen wird, hat hier nichts verloren. Die Stärken dieses Rail Shooters liegen woanders.

Ballern und Ausweichen
Das Spielprinzip von Sin & Punishment ist zwar simpel, birgt aber doch einige Herausforderungen. In typischer Rail Shooter Manier ist der Pfad vorgegeben, doch ihr müsst trotzdem euren Charakter selber steuern um auszuweichen. Zum Glück können Kachi und Isa fliegen, denn spätestens nach der ersten Hälfte des Spiels fliegt euch alles mögliche um die Ohren. Durch geschicktes Zielen und Ausweichen müsst ihr verhindern, dass die Gesundheitsanzeige null erreicht. Denn der Tod bedeutet auch den Verlust all eurer hart verdienten Punkte.

Ko(s)mische Waffen
Kachi und Isa besitzen ähnliche Blaster, die mit unendlich Munition bestückt sind. Deshalb wird der B-Knopf selten losgelassen. Zusätzlich könnt ihr das Fadenkreuz auf Objekte und Gegner mit einem Druck auf den A-Knopf fixieren, damit ihr euch auf das Ausweichen konzentrieren könnt. Eine riesige Hilfe in den hektischen Kämpfen. Rücken euch die Gegner zu sehr auf die Pelle, könnt ihr mit einer Nahkampfkombo auf sie einpreschen oder Raketen zurückschleudern. Besonders durchschlagskräftig sind die Spezialangriffe. Isa besitzt einen einzelnen aufgeladenen Schuss, während Kachi mehrere Schüsse auf bis zu 8 Gegnern loslassen kann, die ihr Ziel verfolgen. Diese Angriffe müssen sich aber kurze Zeit abkühlen bis sie wieder benutzt werden können, weshalb sie überlegt genutzt werden sollten. Darin liegt die Herausforderung. Ihr müsst innerhalb von Sekunden schnelle Entscheidungen treffen, um in den Levels zu bestehen. Risikoreiche Aktionen werden mit mehr Punkten belohnt. Am Ende jedes Levels dürft ihr euren Highscore mit den Online-Ranglisten vergleichen.

Nerven aus Stahl
Obwohl das Erreichen einer möglichst hohen Punktzahl im Vordergrund steht, sind die Levels sehr abwechslungsreich ausgefallen. Neben den verschiedenen Settings, wie ein dunkler Wald oder ein Unterwasser-Tunnel, überraschen die Bosskämpfe immer wieder. Um diese zum Teil gigantische Biester zu erlegen, müsst ihr zunächst ihre Schwachstelle entdecken, während ihr euch ihre Angriffsmuster merkt. Das bedeutet zwar viel Try & Error, was sich schnell in Frust verwandeln kann, doch dafür ist der Sieg umso befriedigender.

Arcade Shooter
Andere Elemente wie das Wechseln zwischen 3D und 2D Perspektive, einem Fahrzeugabschnitt und besondere Hindernisse sorgen weiter für Abwechslung. Das alles täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es im Spiel nur um die Punktzahl geht. Nach 6-7 Stunden hat man alle 7 Levels beendet. Da es nichts zum Freischalten gibt und das Wählen von Kachi oder Isa keinen Einfluss auf das Level hat, bleibt nichts anderes übrig als dem Highscore nachzujagen, oder das Spiel auf einem anderen der drei Schwierigkeitsgrade zu versuchen.

Zeigen & Schiessen
Obwohl mehrere Optionen zur Steuerung wählbar sind, ist die Wiimote am leichtesten zu benutzen. Die Wii beweist mit Sin & Punishment wieder, dass das Rail Shooter Genre auf diese Konsole gehört. Überraschenderweise ist aber der Zapper hier eher umständlich, da nicht nur gezielt werden muss, sondern die Figur auch bewegt werden muss. Besonders nutzlos ist der Classic Controller, der das bereits herausfordernde Spiel nur noch schwerer macht.

Lichtshow
Sin & Punishment kann sich sehen lassen. Die Charaktere, Bosse und Gegner sind zwar alle bizarr und zum Teil undefinierbar, lassen sich aber trotzdem klar unterscheiden. Besonders die Lichteffekte sorgen für ein Farbenfeuerwerk auf dem Bildschirm. Beeindruckend ist auch, dass das Spiel trotz der grossen Anzahl an Gegnern nie stockt. Manchmal kann aber der Überblick verloren gehen. Nervig sind die kitschigen Dialoge, die völlig unüberzeugend wirken und kaum etwas zur Handlung beitragen.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Nintendo erfüllt mit Sin & Punishment 2 die Wünsche der Hardcore Fangemeinde, die herausfordernde Spiele für die Wii verlangt. Zwar mangelt es im Bereich der Story, aber der zum Teil fast schon absurde Schwierigkeitsgrad ist eine reizvolle Herausforderung für erfahrene Spieler. Ausserdem überzeugen die Levels durch Abwechslung und eindrückliche Bosse. Gelegenheitsspieler sollten sich aber davon fernhalten, da der Frustfaktor sehr hoch ist.

3.7


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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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