Testlabor Sonic Boom Lyrics Aufstieg

Veröffentlicht am 8. Dezember 2014 von Adrian Dermon

0

Sonic Boom: Lyrics Aufstieg

Kein Jahr ohne ein Sonic Spiel. Nachdem das letzte Sonic: Lost World (zum Review) meinen Kollegen Marco überzeugen konnte, durfte ich dieses Jahr Sonic Boom: Lyrics Aufstieg testen. Da jedoch mein Titel dieses Mal nicht von Sega selbst, sondern von einem anderen Studio entwickelt wurde, kamen mir schon von Anfang an leichte Zweifel, die sich leider recht rasch erhärteten. Doch fangen wir von vorne an.

Ein Spiel zur TV Serie?
Sonic ist nicht nur eine berühmte Spielfigur, sondern hatte bereits unzählige Comic- sowie TV-Auftritte in Serien. Das jetzige Spiel handelt eben um seine neueste Serie Sonic Boom und übernimmt auch den Stil davon. So müsssen sich einige nicht wundern, wenn die Charaktere leicht anders aussehen als in vorherigen Spielen. Die Geschichte handelt dabei, das Sonic und seine Freunde wieder einmal Dr. Eggmann jagen und versuchen seine Pläne zu durchkreuzen. Als er sie aber in eine Falle lockt und sie keinen anderen Ausweg sehen, öffnen sie ein Grabmal, das sich rasch als Gefängnis für einen Bösewicht namens Lyric herausstellt. Aus Versehen verhelfen sie diesem zur Flucht und natürlich setzen sie alles daran, ihn wieder zu schnappen. Doch obwohl der Bösewicht seit knapp 1000 Jahren versteinert war, kennt er Sonic. Warum er von Sonic weiss, findet ihr im Laufe des Spiels heraus. Trotz netten Zwischensequenzen dümpelt die Geschichte aber nur vor sich hin.

Alle für einen?
Das Sonic fast nie alleine in seinen Spielen auftauchte, sondern man auch andere Charaktere steuern durfte, ist bisher nichts Neues. Hier habt ihr aber fast immer vier Charakere, ausser bei einzelnen Aufgaben, zur Verfügung, die ihr jederzeit wechseln und steuern dürft. Neben Sonic sind dies Knuckles, Tails und Amy, die mit von der Partie sind. Da jeder von Ihnen andere Eigenschaften hat, sind diese bei einigen Rätseleinlagen nützlich. Aber auch hier gibt es viel zu viele nervige Fehler. So sind die Rätsel nicht wirklich herausfordernd und jede Figur wird oft nur einmal richtig gebraucht. Dazu steuert ihr immer einen Charakter, die anderen werden vom Computer übernommen, der es zwar nicht schlecht macht, aber oft nicht mit euch mithalten kann und hinter euch zurückfällt. Die Folge: die Charaktere ploppen einfach wieder vor euch auf, was nach kurzer Zeit stört.
Das grösste Problem ist aber, dass ihr nur maximal mit einer zweiten Person das Abenteuer via Splitscreen spielen dürft. Obwohl es sich absolut eignen würde es mit drei weiteren Freunden zu zocken, gibt es nur einen einfachen Multiplayermodus mit vier Herausforderungen, die einfach keinen Spass machen. Des Weiteren ist dies alles nur offline möglich, einen Onlinemdus gibt es nicht. Wenn ihr jetzt denkt “Ok zumindest mit einem Kollegen, kann ich es via Splitscreen spielen”, dann rate ich davon ab. Denn die Bildrate fällt schnell in den Keller und es stockt fast ununterbrochen. Hier verschenkt das Game einfach zu viel Potenzial.

Sonic der lahme Igel
Schlimmer als der kaum vorhandene Multiplayer ist aber das Gameplay selbst. Dieses ist nämlich ein Gemisch aus allen vorherigen Spielen. So läuft ihr manchmal in einer offenen, aber fast toten Spielwelt frei herum und ärgert euch über die hakelige Kameraführung, die ein Eigenleben besitzt, um dann wenig später entweder in alt bekannten 2D-Abschnitten oder den typischen 3D-Schlauchlevel zu landen. Eines haben alle gemeinsan, in keinem dieser Level kommt wirklich die typische Sonicgeschwindigkeit auf. Alles wirkt lahm und abgesehen von den bekannten Charakteren un deren Moves kommt kein Flair auf. Wenn es doch einmal zu einem schnellen 3D-Level kommt, dann bricht die Bildrate ein und das Spiel stockt dann an einigen Stellen. Dazu ist es kinderleicht, was nicht verwundert, da es eher auf ein jüngeres Publikum zielt.

Wii (U) Grafik
Die Wii U ist technisch nicht so stark wie eine PS4 oder Xbox One, trotzdem hat sie mehr unter der Haube, als was uns das Spiel hier zeigt. Verwaschene Texturen und die eben oft stockende Grafik erinnern mehr an ein Wii- wenn nicht noch gar an ein Dreamcast-Spiel. Dafür sind die Cutscenes gelungen, welche die Story erzählen. Die deutsche Synchronisation ist von den Sprechern her sehr gut besetzt, aber nicht die Worte, die sie rauszposaunen. Wenn immer wieder die gleichen Texte schon in den ersten Minuten Sonic und seinen Freunden über die Lippen kommen, dann nervt das sehr rasch.  Zwar ist der Humor des Spiels nicht übel, dieser kann das Gesamturteil aber auch nicht mehr retten.

 

Fazit

Nachdem wir schon dachten, dass Sega sich wieder mit der Sonic Reihe Mühe gibt, bringen sie durch einen anderen Entwickler ein solches Spiel heraus. Die Ansätze sind vorhanden, doch es schwächelt an allen Stellen. Die Kamera ist nervig, die Geschwindigkeit von Sonic nur noch lachhaft lahm und das Hauptfeature des Spiels wird nicht genutzt. Obwohl es eher für die jüngere Generation gedacht war, rate ich lieber zum Vorgänger Sonic: Lost World.

44%

Kein Sonic


Leserwertung: 0

Weitere Beiträge zum Thema: , ,


Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



Back to Top ↑