Testlabor Soul Calibur V

Veröffentlicht am 4. Februar 2012 von Federico Gagliano

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Soul Calibur V

Nicht die Fäuste sondern die Klingen lässt man in Soul Calibur sprechen. Nach Street Fighter und Mortal Kombat betritt ein weiterer Klassiker die nächste Konsolengeneration.

Neue Gesichter, bekannte Kampfkünste
Seit den Ereignissen in Soul Calibur IV sind 17 Jahre vergangen. Nicht alle haben diese Zeit heil überstanden: Während bekannte Figuren wie Ivy und Siegfried noch munter unter den Lebenden wandeln, sind Charaktere wie Sophitia und Taki nicht mehr da. Doch keine Angst! Neue Figuren wie Patroklos, Pyrrha und Natsu ahmen die Kampfstile verflossener Kämpfer nach, bringen aber auch einige Neuheiten. Besondere Überraschung: Der Assassine Ezio Auditore mischt auch mit.

Der Story-Modus erzählt die Geschichte der beiden Kinder von Sophitia, Patroklos und Pyrrha, deren Schicksal an die beiden Schwerter Soul Calibur und Soul Edge gebunden ist. Leider scheitert der Modus in fast allen Bereichen: Mängel im Plot sind zwar bei Prügelspielen fast schon ein Muss, jedoch sind die beiden Geschwister nicht nur uninteressant, sondern auch richtig unsympathisch. Da regt es umso mehr auf, dass trotz der grossen Auswahl an Kämpfer nur ein handvoll in der Kampagnen auftreten und ihr nur einmal nicht in die Haut von Patroklos und Pyrrha schlüpfen müsst.

Da steckt mehr drin!
Wie soll man den bitteren Nachgeschmack der Kampagne bloss loswerden? Zum Glück liefert Soul Calibur mehr als genug andere Modi, um die Mängel des Story-Modus wieder wettzumachen. Ein grosser Teil davon hängt mit dem Online-Modus zusammen: Das Spiel bietet zahlreiche Optionen, um Gegner aus aller Welt zu finden, die genau auf euch zugeschnitten sind. Die Möglichkeit, sich Kämpfe und Replays anderer Spieler anzusehen, kann Veteranen bei der Verbesserung ihrer Technik helfen. Alle Spieler besitzen auch eine eigene Profil-Karte, der euch schnell über euren Gegner informiert. Besonders fiese Rivalen können gespeichert werden, damit ihr in allen Modi (auch offline) eure Leistungen mit ihnen vergleichen könnt (ähnlich wie beim AutoLog aus Need for Speed).

Für Einzelgänger steht auch ein klassicher Arcade-Modus zur Verfügung. Ebenfalls vorhanden ist der Quick-Battle-Modus, indem über 200 verschiedene Charaktere unterschiedlicher Schwierigkeit auf euch warten. Ihr selbst dürft ebenfalls mit dem breiten Charaktererstellungs-Tool einen eigenen Kämpfer erschaffen. Die Auswahl lässt euch unzählige Möglichkeiten, egal ob Statur, Aussehen oder bevorzugte Waffe. Alles in allem liefert Soul Calibur V jede Menge für’s Geld – aber nur, wenn man die Kämpfe auch schätzt. Denn trotzder Fülle an Modi weicht keiner davon von der eins-gegen-eins Formel ab.

Die Kämpfe selbst sind furios und unerbittlich. Wildes Tastendrücken kann zwar auf den einfacheren Stufen zum Sieg führen, wer aber gegen richtige Gegner bestehen will, muss dringend mal einen Blick auf die Move-Liste werfen. Die richtige Nutzung der horizontalen und vertikalen Angriffe füllt eure Spezialleiste, mit der ihr zerstörische Angriffe auslösen könnt. Doch Vorsicht: Wer aus dem Ring fällt, verliert die Runde sofort.

Schön, aber nicht schön genug
Graphisch lässt sich Soul Calibur V durchaus sehen. Die abwechslungsreichen Arenen sind detailliert und verändern sich zum Teil auch während der Kämpfe. Die Charaktere stehen dem in nichts nach, obwohl eigene Kreationen doch etwas simpler aussehen als die Hautptfiguren des Spiels. Trotzdem werden hier keine Grenzen gesprengt: Insgesamt fehlt das nötige Extra, um das Spiel einen eigenen Charme zu geben, wie das bei Street Fighters Comic-Stil der Fall ist. Die explosiven Angriffe, das aufeinanderprallen der Klingen und das Scheppern der Rüstungen geben dem Spiel jedoch doch noch einen passenden, mittelalterlichen und zugleich fantasievollen Ton, der auch vom Soundtrack zusätzlich betont wird.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Soul Calibur schafft den Sprung in die neue Konsolengeneration trotz einiger Mängel, vor allem dank des breiten Online-Modus. Es kann sich zwar nicht an die Spitze des Genres katapultieren, der auf Waffen konzentrierte Kampfstil bietet aber genug Anreiz, einen Versuch zu wagen. Insgesamt ein prall gefülltes Paket, deren Inhalte zwar nicht alle gleich viel Freude bereiten, aber doch für jeden etwas bieten.

3.8

Gut


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Über den Autor

Nomadisch zog Federico von N64 zu PC, Xbox und Wii, bis er auf der PS3 seine Bestimmung fand: Das Sammeln von Trophäen. Je grösser die Challenge, desto besser.



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