Testlabor South Park: Der Stab der Wahrheit

Veröffentlicht am 26. März 2014 von Adrian Dermon

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South Park: Der Stab der Wahrheit

Es gibt nur wenige Zeichentrickserien, die über Jahre hinweg erfolgreich liefen. Neben den Simpsons und Family Guy gehört sicher auch South Park zu dieser Kategorie. Obwohl die anderen Serien auch viel schwarzen Humor zeigen, setzen die South Park Macher oftmals noch einen drauf und überschreiten auch häufig die Grenzen des guten Geschmacks. Trotzdem gibt es viele Fans da draussen und so dachte THQ vor einiger Zeit wieder einmal ein Spiel über die vier Kids herauszubringen. Dabei erhielten Sie sogar die Unterstützung der Macher selbst. Leider ging THQ Konkurs, was dank Ubisoft aber noch nicht das Ende für das Spiel heissen sollte. Diese kauften sich nämlich die Rechte und nach einigen Verschiebungen erschien es endlich auch bei uns oder zumindest beinahe. Denn wegen dem wirklich schwarzen Humor muss es für den deutschen und österreichischen Markt nochmals geschnitten werden, nur wir Schweizer sind von dem nicht betroffen. Doch genug davon und schauen wir uns den Titel etwas genauer an.

Ein Stück Holz?
South Park: Der Stab der Wahrheit kommt als waschechtes Rollenspiel daher und deshalb möchte ich nicht zuviel über den Plot verraten, der einige Geheimnisse verbirgt. Nur soviel: Ihr spielt ein neues Kind, das mit seinen Eltern nach South Park zieht. Warum sie dort hingezogen sind und was eure Vergangenheit ist, wird am Anfang noch nicht erzählt. Eure Eltern wollen, dass ihr euch mit Kindern aus South Park anfreundet. So trottet ihr los und trefft auch gleich auf Butters, der euch zu Eric Cartmann bringt. Da die South Park Kids gerade alle Fans von Fantasygeschichten à la Herr der Ringe oder Game of Thrones sind, verkleiden sich alle auch wie solche. Um Freunde zu finden, willigt ihr ein euch Cartman, der einen Zauberer spielt, anzuschliessen. Er zeigt euch dafür den grössten Schatz, nämlich den titelgebenden Stab der Wahrheit, der einfach nur ein Stück Holz ist. Dieser soll magische Kräfte enthalten und wird leider nach einem kurzen Kampf von Elfen, oder besser gesagt anderen verkleideten Kindern, gestohlen. Eure Aufgabe ist es nun den Stab wieder zurück zu holen. Aber dies ist nur der Anfang einer epischen Reise, das wirklich mit seinem schwarzen Humor fast alle anderen vergleichbaren Spiele in den Schatten stellt.

Rollenspiel
Weil die Jungs sich wie Fantasyfiguren verkleidet haben, ist es fast verständlich, dass daraus ein Rollenspiel geworden ist. Überrascht hat mich aber die Qualität des Ganzen. Zuerst einmal dürft ihr euch relativ frei in South Park bewegen, was Fans freut, da sie so zum ersten Mal eine kleine Übersicht der Stadt erhalten. Nachdem ihr einer der typischen Klassen (ausser der Jude, der den Mönch ersetzt) ausgewählt habt, bewegt ihr euch mit einem Begleiter durch die Stadt und nehmt rollenspieltypisch verschiedene Aufträge entgegen. Diese unterscheiden sich nicht gross gegenüber anderen Spielen, Fans werden aber ihre Freude an die vielen Anspielungen haben. Die Kämpfe laufen dabei rundenbasiert ab. Jedoch seht ihr die möglichen Gegner immer vor euch, so dass ihr ihnen auch ausweichen oder sie sogar vor dem Kampf auschalten dürft. Denn oftmals stehen diese an Positionen, die mit einigen Angriffen, die ihr auch während dem Erkundschaften benützen könnt,  eine Aktion auslöst, welche die Gegner ausschaltet. Kommt es doch zu einem Kampf, gestalten sich auch die rundenbasierten Kämpfe ein wenig anders. Während einer Kampfaktion müsst ihr ein Quick-Time-Event lösen, um einen grösseren Schaden zu erzielen. Je genauer ihr dabei seid, desto stärker sind eure Angriffe. Das selbe gilt aber auch für die Verteidigung. Das Ganze erinnert sehr stark an die Rollenspielausflüge von Super Mario. Da die Kinder nur so tun, als ob sie magische Kräfte oder Waffen besitzen, gestalten sich auch die Kämpfe sehr witzig. Leider laufen alle Kämpfe nach dem gleichen Schema ab und hat man erst den Trick durchschaut, wie man am besten angreift, so sind diese ein wenig zu einfach. Auch dass eure Lebensbalken sich nach einem Sieg wieder völlig regenerieren, erleichtert das Abenteuer nochmals. Trotzdem ist die Mischung gelungen.

South Park pur
Nun kommen wir kurz zum grössten Pluspunkt des Spiels, nämlich der Präsentation. Im Gegensatz zu anderen Titeln, die eine TV-Serie adaptieren, ist es den Entwicklern hier wirklich gelungen eine 1:1 Grafik wie aus der Serie hervorzubringen. So meint ihr auch am Anfang, dass ihr eine endlose Cutscenes seht, obwohl es tatsächlich die wirkliche Spielgrafik ist. Jeder Serienfan wird deshalb Freudensprünge machen.  Das zweite Lob und trotzdem das grösste Unverständnis erhält die Synchronisation. Lob deswegen, weil die Originalsprecher der englischen Version (was zugleich auch die Macher selbst von South Park sind) allen Figuren ihre Stimmen leihen und dadurch hervorragend insziniert wurde. Unverständniss deswegen, weil eine deutsche Sprachsynchro fehlt, obwohl der grösste Teil bereits von den deutschen Originalstimmen abgesprochen wurde (siehe unteren Trailer). Warum Ubisoft darauf verzichtete, bleibt ihr Geheimnis.

 

Fazit

Das neue South Park Game ist ein echt gutes Rollenspiel geworden. Vor allem, dass man sich wirklich wie in einer Episode fühlt, ist fantastisch. Dennoch wird der typische derbe Humor (trotz geschnittener Szenen in Europa), nicht jedem gefallen. Wer aber South Park oder auf wirklich schwarzen Humor steht, der kann hier eine Menge Spass haben. Alle anderen rate ich zuerst einmal die Serie anzuschauen und danach zu entscheiden.

82%

100% South Park


Leserwertung: 4.5

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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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