Testlabor Splatoon Bild 2

Veröffentlicht am 31. Mai 2015 von Michel Blind

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Splatoon

Es bereitet mir eine Freude endlich ein Review zu einem Nintendospiel damit beginnen zu können, ohne mich auf einen der gefühlten tausend Vorgänger beziehen zu müssen. Splatoon ist eine brandneue Franchise im Nintendo-Universum und muss sich dementsprechend noch etablieren. Doch unsere Anspielsessions an der letztjährigen gamescom und an der FANTASY BASEL 2015 haben bereits gezeigt, dass in diesem Game unglaublich viel Potential steckt.

Was für eine Kleckserei!
Anstatt mit Schusswaffen wird in Splatoon mit Tinte um sich gespritzt. Langweilig denkt ihr euch? Mitnichten! Es kann sogar gesagt werden, dass Nintendo seit Jahren wohl eines der spassigsten Multiplayergames auf den Markt gebracht hat. Nach dem ersten Spielstart werdet ihr zunächst in einem Tutorial mit den Steuerungselementen des Wii U Tablets vertraut gemacht – Zocksessions auf dem Klo sind mit dem Tablet allerdings nicht möglich, ausser ihr nehmt gleich das ganze Equipment samt TV mit auf das stille Örtchen. Im Spiel erklärt sich alles von selbst, wobei sich die manuelle Kamerasteuerung mit den Bewegungssensoren zu Beginn noch etwas ungewohnt anfühlt. Nach den ersten Erfolgserlebnissen in der Einführungslektion findet ihr euch in Inkopolis wieder, dem Ort, von dem aus ihr prinzipiell alles organisieren und ansteuern könnt.

Starten wir mit dem Herzstück von Splatoon, der im Vorfeld viel umworbene online Multiplayermodus. Bisher hat Nintendo in Sachen Online-Möglichkeit ja nicht gerade ein Paradebeispiel abgegeben, so sind die Zweifel an dem neuen Shooter nicht ganz unbegründet. Insgesamt spielen acht Spieler pro Match, wobei sich die zwei Gruppen aus jeweils vier Spieler zusammensetzen. Das Ziel lässt sich schnell erklären: Nach dem Startschuss muss sich das Team bis zur Ablauf der Zeit bemühen die Arena mit so viel Farbe wie möglich einzuklecksen – wer bis zum Schluss am meisten Fläche in seiner Teamfarbe markiert hat, gewinnt das Spiel. Bis zur Mitte der Arena stellt dies kein grosses Problem dar, dort trifft ihr dann allerdings erstmals auf die gegnerische Mannschaft zusammen, die natürlich das gleiche Ziel vor Augen hat wie ihr. Nun gibt es zwei Varianten, die das Team einschlagen kann: Entweder die Teammitglieder verteidigen ihr bisher eingefärbtes Revier oder sie nehmen Angriff auf das gegnerische markierte Gebiet. Mit eurer Waffe könnt ihr auch direkt auf die Gegner zielen und diese so ausser Gefecht setzen. Segnet ein Spieler das Weite, kehrt dieser an den Startpunkt seines Teams zurück, kann sich aber zu einem seiner Kameraden beamen, indem dieser auf dem Touchscreen berührt wird. Auf diese Weise lässt sich viel Zeit einsparen und die Kleckserei kann gleich weiter gehen. Mit Sekundärwaffen wie der Klecks-Bombe oder der Tintenwall als auch mit den Spezialwaffen Tintzooka oder der Tintferno kann der Konkurrenz das Leben noch schwer gemacht werden.

Tintentank leer? In Splatoon geht das Nachfüllen flott von der Hand, indem ihr einfach kurz in der Tinte schwimmt. Die Leiste gibt euch dabei Auskunft, wie voll die Waffe bereits geladen ist. Ach ja, wenn ihr in der Tinte schwimmt, lässt es sich auch ganz leicht und schnell fortbewegen. Aber Vorsicht, nur in der eigenen Farbe funktioniert das. Sobald ihr auf der gegnerischen Tintenfarbe läuft oder darin schwimmt, seit ihr langsam und verliert an Lebensenergie.

Gewinnen – Verdienen – Tauschen
Mit seiner Truppe in Splatoon zu siegen, bringt jedoch weit mehr als nur das heldenhafte Erfolgsgefühl. Je höher ihr am Ende in der Rangliste steht, desto mehr Erfahrungspunkte bekommt ihr dafür und steigt damit schneller im Level. Mit dem gewonnenen Geld lässt es sich übrigens in Inkopolis gut shoppen. Neue modische Kleidung verleiht eurem Charakter nicht nur einen einzigartigen Touch, ihr könnt mit neuen Dingen auch eure Fähigkeiten ausdehnen.

Offline Adventure-Modus und lokaler Multiplayer inklusive
Wer Mal keinen Bock auf einen Online-Match hat, sondern lieber mal mit seinem Kumpel lokal ein Spiel bestreitet, kann sich über den offline Multiplayer-Modus Duell-Dojo für maximal zwei Spieler freuen. Dort tretet ihr in einer beliebigen Arena gegeneinander an, wobei hier nicht das Einfärben der Umgebung das Ziel ist. Hingegen müsst ihr so viele Ballone wie möglich zerplatzen lassen, um am Ende zu siegen. Werdet ihr von eurem Freund abgeschossen, so verliert ihr wertvolle Punkte. Das Gute an diesem Modus ist, dass das Wii U Tablet für den einen Spieler als vollständigen Bildschirm dient und so der andere Spieler über den TV-Screen zocken kann. An und für sich ist Duell-Dojo eine nette Zugabe zum Online-Multiplayer, allerdings begeistert der lokale Modus nicht auf sonderlich lange Dauer, da es mit mehr als zwei Spielern einfach mehr Spass macht. Zudem ist der eine Spieler mit der schnelleren Waffe etwas im Vorteil. Schade, denn hier hätten die Entwickler gewiss mehr Modi reinpacken können als nur die Ballonschlacht.

Gelungen ist der Offline-Modus für Einzelspieler. Hier müsst ihr dem Käpt’n Kuttelfisch helfen, die Stromversorgung für Inkopolis wiederherzustellen. Getan wird dies, indem in Hindernisparkoure gegen die Oktarianer Armee gekämpft wird. Dies ist übrigens auch eine super Übung, um sich mit der Steuerung und den verschiedenen Waffen und Funktionen vertraut zu machen, bevor man sich in die Online-Revierkämpfe stürzt. Auch hier wäre eine lokale Multiplayer-Anbindung für einen weiteren Spieler sicherlich machbar gewesen.

 

Fazit

Splatoon ist super und bringt endlich etwas Schwung in die Wii U Spielesammlung. Der Multiplayer macht enorm viel Spass und ist durch seine leichte Zugänglichkeit auch auf längere Zeit motivierend. Etwas schade, ist der lokale Multiplayer ein bisschen mager ausgefallen. Doch dies tut dem Spielspass kein Abbruch. Mit Splatoon ist Nintendo endlich das gelungen, was für die Wii U schon längstens hätte passieren sollen - wir hoffen auf eine erfolgreiche Weiterführung der Franchise.

85%


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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