Testlabor Splatterhouse

Veröffentlicht am 21. Dezember 2010 von Adrian Dermon

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Splatterhouse

In unserer heutigen Zeit ist es in Horrorfilmen oft der Fall, dass viel Blut spritzt. Fliesst in einem Film literweise roter Saft, dann spricht man von einem Splatterfilm. Auch in den Spielen kommt es oft zu blutigen Begegnungen. Einer der ersten Spiele war dabei Splatterhouse, das 1989 als Spielautomatenversion erschien. In diesem Spiel lenkte der Spieler einen Mann mit einer Hockeymaske, der viel Ähnlichkeit mit Jason aus dem Film Freitag der 13. hatte. Das Spiel schaffte es sogar, zwei Fortsetzungen zu erhalten. Nachdem nun einige Jahre ins Land gezogen sind, ist nun ein Remake für die PS3 und Xbox 360 erhältlich.

Eine sprechende Maske
Splatterhouse beginnt wie ein billiger Horrorfilm. Der Student Rick und seine Freundin werden für ein wissenschaftliches Experiment in ein verlassenes Haus eingeladen. Kurze Zeit später wird Rick aufgeschlitzt und seine Freundin Jennifer von einem verrückten Wissenschaftler entführt. Im Sterben liegend entdeckt Rick eine Maske in seiner Nähe. Diese spricht mit ihm und verspricht, dass sie ihn rettet, wenn er sie aufsetzt. Natürlich will er seine Freundin retten und setzt die Maske auf. Wie versprochen schenkt ihm die Maske ein neues Leben. Eine Kleinigkeit vergass die Maske ihm zu sagen, sie verwandelt ihn nämlich in einen riesigen Hulkverschnitt. Doch die neuen Kräfte haben auch ihr Gutes, denn im Haus lauern viele Monster, die er ohne die Kräfte der Maske nicht besiegen könnte. So beginnt nun die Suche nach seiner Freundin.

Überall Blut
Wie erwartet ist die Geschichte von Splatterhouse nichts Besonderes. Das Spiel nimmt sich selbt nicht wirklich ernst und dank den Dialogen mit der sprechenden Maske, die einen guten schwarzen Humor besitzt, macht die Geschichte doch noch Spass. Doch ein Spiel, das im Titel schon das Wort Splatter hat, in dem fliesst natürlich auch Blut. Im Fall von Splatterhouse ist das schon fast untertrieben. Egal was für eine Kreatur euch vor die Hände läuft, es fliesst sehr viel Blut. Bei mehreren Gegnern seht ihr kaum mehr den Bildschirm, da auch die Kamera für kurze Zeit blutgetränkt wird. Das Spiel ist ein typisches Hack’n Slay in der Art von God of War, ohne aber an die Qualität heran zu kommen. Da Rick keine Waffe dabei hat, prügelt er sich durch die Gegnerhorden. Wenn ihr selbst von einem Gegner erwischt werdet, kann es schon mal sein, dass ihr einen Arm verliert. Die Maske hat jedoch heilende Kräfte. Um die Lebensenergie bzw. die verlorenen Gliedmasse zu regenieren, verbraucht ihr einen Teil des gesammelten Blutes eurer Gegner. Das Blut wird auch als Zahlungsmittel verwendet um z.B. mehr Lebensenergie zu erhalten oder neue Moves zu erlernen.

Übertriebene Gewalt und weiter?
Erwartungsgemäss ist Splatterhouse kein Spiel für Kinder, denn die Gewaltdarstellung ist sehr heftig. So hat Rick auch einige Finish Moves à la Mortal Kombat am Start. In den Finish Moves wird eine Kreatur noch brutaler ins Jenseits geschickt. Sind diese am Anfang noch nett anzusehen, langweiligen sie nach einiger Zeit nur noch. Denn egal was für ein Monster auf euch losgeht, die Finish Moves bleiben immer gleich. Abwechslung fehlt onehin im Spiel. Ausser nämlich euch durch stupide und immer gleichen Gegnerhorden durchzumetzeln, gibt es nichts  anderes zu tun. Einzige Abwechslung, die die Entwickler einbauten, sind Passagen, in denen das Spiel von 3D in eine 2D Sidescrollvariante wechselt. In diesen Abschnitten spielt es sich dann wie seine Vorgänger. Die nette Idee langweilt aber schnell, da es auch hier nur gilt, sich durch verschiedene Kreaturen zu schlagen. Dazu sind einige Sprungeinlagen wegen der eher ungenauen Steuerung nur nervig. Rätselabschnitte gibt es kaum und so prügelt ihr euch in knapp 4-6 Stunden durch das Spiel. Als Belohnung sind auf der Disk noch die Original-Spielautomatenversionen der ersten drei Spiele zu finden. Voraussetzung um dieses freizuschalten ist, dass ihr Splatterhouse bis zu einem gewissen Punkt spielt.

Präsentation
Grafisch präsentiert sich das Spiel in einem netten Comic-Look. Damit wird auch die übertriebene Gewalt ein wenig heruntergespielt. Ansonsten sieht es zwar nicht schlecht aus, einen Toppreis für die Grafik erhält es aber nicht. Weniger gelungen ist die eher lieblose Umgebung, die sich mehr als nur einmal wiederholt. Dafür gibt es beim Sound nichts zu meckern. Die guten englischen Sprecher verleihen den Charakteren ein wenig Seele, so dass es wenigstens in diesem Punkt nichts falsch macht.

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Eigentlich machte mir Splatterhouse am Anfang viel Spass. So nimmt es viele billige B-Movies auf die Schippe. Auch die übertriebene Gewaltdarstellung stört eigentlich nicht. Leider hört es rasch auf, Spass zu machen. Der Grund ist einfach, dass es zu wenig Abwechslung bietet. Ihr lauft immer von A nach B und werdet von gleichaussehenden Gegnern angegriffen. Auch die 2D-Passagen sind nur langweilig gestalten worden. Wenigstens gibt es als nette Dreingabe alle Vorgängerspiele auf der Disk. Ein totaler Reinfall ist Splatterhouse zwar nicht, doch wegen der vielen guten Konkurrenz im Hack’n Slay Genre braucht es eigentlich auch niemand.

2.2


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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