Testlabor StarCraft 2: Heart of the Swarm

Veröffentlicht am 8. September 2010 von Oliver Wüest

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StarCraft 2: Heart of the Swarm

Vorgeschichte zur Installation

Da das Installieren von StarCraft II ein bisschen länger geht als bei anderen Spielen, hat man sich was Schönes für die Fans ausgedacht. Wer beim Installieren die Boxen an hat oder die Kopfhörer auf, bekommt die Vorgeschichte von StarCraft II in Form eines Hörspiels mit.

Hier beginnt auch schon genau das, worüber im Vorfeld bereits viel gewettert und geklagt wurde. Die Rede ist vom permanenten „online sein“. Zuerst müsst ihr den Key des Spiels eingeben – was ganz normal ist -, dann werdet ihr dazu aufgefordert, einen Account bei Battlenet zu erstellen. Battlenet ist das Serversystem, das Blizzard den Kunden zum Spielen zur Verfügung stellt. Darüber laufen Spiele wie „Warcraft“, „Diablo“ und natürlich „StarCraft“. Das wäre ja alles nicht so schlimm, doch Blizzard verlangt von den Kunden, dass sie einwilligen, dass die Entwickler Einsicht in die Chats und Systemangaben des jeweiligen Kunden haben dürfen. Wer die Bedingungen nicht annimmt, kann nicht spielen. Da ich ja eh nichts zu verbergen habe und das Spiel gerne testen möchte, hab ich natürlich angenommen.

Doch das neue Battlenet 2.0 ist nicht ausschliesslich schlecht. Dank dem Battlenet können die Entwickler das Spiel viel schneller patchen. Es ist sogar möglich mit WOW Spielern zu chatten, wenn man diese in der Freundesliste hat. Da ich aber kaum Freunde habe, die WOW spielen, hab ich es nicht überprüfen können. Nach einmaliger Verifikation über Internet könnt ihr eure Kampagne auch offline spielen.

Da ich bis jetzt noch nicht so viel StarCraft-Erfahrung habe, entscheide ich mich, mir zuerst das Tutorial zur Brust zu nehmen. Hier wird den Neulingen die grundlegende Steuerung erklärt. Die Erklärungen erhaltet ihr von einem weiblichen Leutnant. Sie ist eure ständige Begleitung, auch nach dem Tutorial. Sie sagt euch, wenn ihr keine Ressourcen mehr habt oder wenn eure Quartiere überquellen.

Von einfach bis schwer

Der Spieler hat die Wahl zwischen vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden, diese kann er vor jeder neuen Mission neu auswählen. Wenn man sich für eine entschieden hat, kann der Krieg auch schon los gehen.  Ihr schlüpft in die Rolle von Jim Raynor, ein Ex-Spacemarine, der seit den tragischen Ereignissen aus Teil eins ein Feind von Imperator Mensk ist. Er will an Mensk Rache nehmen und hat sich dazu eine kleine Liga zusammengestellt. Nicht nur, das Mensk die auserirdischen Zerg zu Testzwecke auf den Menschenplaneten-Marsara geschickt hatte, beim Sturm der Zerg auf den Planeten musste Jim Reynor seine grosse Liebe zurücklassen. Zu allem Übel ist sie nun zur Königin der Zerg mutiert und führt den blutigen Sturm der Ausserirdischen gegen die Menschen und die dritte Rasse – die Protoss – an.

Dass Abwechslung grossgeschrieben wird merkt man spätestens bei der Menüführung, die nicht ganz steril vor sich hin dümpelt. Das Menü ist in eine aktive Umgebung eingebettet: Zuerst sitzt Reynor in einer Bar, dann das mächtige Schlachtschiff von Mensk‘ Ex-Kampfflotte.  Dort gibt es vier unterschiedliche Räume, die ihr euch zu Nutze machen könnt. Brücke, Arsenal, Schiffmesse und Labor. Bei der Brücke wählt ihr die Mission aus, beim Arsenal könnt ihr die schon gesammelten Einheiten betrachten und upgraden. In der Schiffsmesse könnt ihr Söldner anheuern und im Labor Protoss- und Zerg-Techniken erforschen, wenn ihr genügend Punkte in der Mission gesammelt habt. Wie viele Punkte ihr pro Mission bekommt, steht immer im Briefing vor jedem Einsatz.

Die Qual der Wahl habt ihr, nachdem ihr euch wieder einen Namen in der Galaxie gemacht bzw. erkämpft habt. So erhaltet ihr immer wieder neue Aufträge von verschiedenen Personen. Diese können vom einfachen Basis bauen, dem Auslöschen einer Horde an Gegnern bis zum taktischen Infiltrieren und Stehlen von speziellen Einheiten reichen. Aber auch Zivilisten wollen ab und zu von euch beschützt werden. Teilweise müsst ihr euch auch entscheiden: Je nach dem natürlich mit anderen Auswirkungen auf das folgende Spielgeschehen.

Besser mehr als allein

Jetzt kommen wir endlich zum Multiplayer, das was StarCraft berühmt gemacht hat. Hier habt ihr die Wahl, ob ihr in der Anfängerliga spielen möchtet, oder euch gleich ins Getümmel werfen wollt. Der Anfängermodus erleichtert allerdings den Einstieg ins Onlineuniversum von StarCraft deutlich. Entweder ihr treten 1:1 oder 2:2 an. Doch Achtung: Der Anfängermodus wird nach 50 Spielen gesperrt und ihr seid gezwungen, bei den Grossen mit zu mischen. Daneben könnt ihr natürlich auch gegen die K.I. von StarCraft II antreten. Zur Alternative steht noch ein Online-Koop-Modus zur Verfügung.

Im Multiplayer könnt ihr dann – im Gegensatz zur Kampagne – alle drei Rassen spielen. Die Protoss sind für Anfänger eher weniger zu empfehlen, genauso wie die Zerg, denn durch die Missionen habt ihr gelernt, mit den Menschen zu kämpfen und hoffentlich auch zu gewinnen. Die beiden anderen Rassen weisen einen eher ungewohnten Gebäudeaufbau aus, was den Einstieg etwas erschwert. Die Zerg setzen auf einen Schleim, nur auf diesem ist das Bauen überhaupt möglich. Die Protoss hingegen benötigen Energiekristalle, bei denen sich nur in deren Nähe Gebäude errichten lassen. Die Terraner – also die Menschen – die ihr die ganze Zeit in der Kampagne spielen konntet, kommen ohne solche Zusatzbedingungen aus und ihr könnt eure Gebäude hinpflanzen, wo ihr gerade wollt. Da ihr im Einzelspieler auch mal kurz die Protoss spielen dürft, wisst ihr auch, wie die zu spielen sind. Doch schlussendlich muss jeder selber entscheiden für wen er sich entscheiden möchte. Dass das Balancing nicht allzu kompliziert wird, hat Blizzard kurzerhand die eine oder andere Einheite aus dem Multiplayer verbannt.

Erfolg macht Süchtig

Heutzutage gibt es kein Spiel mehr, das nicht mit Erfolgen zu locken versucht. StarCraft II macht hier keine Ausnahme. Je nach Schwierigkeitsstufe, die ihr wählt, müsst ihr andere Ziele erreichen, um einen Erfolg zu erspielen. Sei es alle Missions- und Bonusziele zu erreichen oder einfach das Benutzen einer bestimmten Spezialeinheit.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Nach einer Wartezeit von elf Jahren hat es Blizzard wieder einmal geschafft, eine Referenz in Sachen Strategiespiel auf den Markt zu bringen an der sich die Konkurrenz messen muss. Klar hat das Spiel auch Fehler. So wie beispielsweise die fehlende Netzwerkanbindung oder das kleine Problemchen mit der Registration. Aber StarCraft II wird dem Hype in jedem Punkt gerecht. Hut ab Blizzard Hut ab!

4.8


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