Testlabor Tales of Xillia

Veröffentlicht am 17. September 2013 von Michel Blind

0

Tales of Xillia

Die Tales Spiele sind aus dem RPG-Universum kaum mehr wegzudenken. Trotzdem sind nun schon knapp neun Jahre vergangen, als ich das letzte Mal mit Tales of Symphonia für den Gamecube ein Abenteuer aus der bekannten Spielreihe beschritten habe. Jep, es schreit förmlich nach einem Comeback, also her mit Tales of Xillia!

Etwas Geduld, liebe Gamer
Tales of Xillia beginnt, wie eben ein Tales Game beginnen muss: ziemlich klischeehaft. So trifft der brave Medizinstudent Jyde auf die blonde Schönheit Milla, die als Mensch die Geister der vier Elemente verkörpert. Zusammen entdecken sie, dass das Königreich Rashugal an einer ultimativen Waffe experimentiert, die allen Bewohnern dieser Erde das lebenswichtige Mana entziehen soll. Obwohl Jyde eigentlich nur zufällig am falschen Ort war, bleibt ihm nichts mehr anderes übrig, als Milla zu folgen und mit ihr gemeinsam gegen die Machenschaften zu rebellieren, denn Streitkräfte sind schon hinter ihnen her. In Tales of Xillia darf der Spieler zu Beginn selbst entscheiden, welcher der beiden Hauptcharakteren er steuern möchte. Dadurch kann die Story nicht nur aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden, sondern regt auch zum erneuten Zocken an. Im Spielverlauf fragt man sich nämlich öfters, was der andere Charakter wohl in dieser Situation gedacht hätte.

Die Geschichte startet ziemlich lahm, fast so öde, dass manch ein Spieler bereits nach einer Stunde die Flinte ins Korn wirft. Wer dies tut, ist allerdings selber Schuld, denn die Spannung steigert sich in Tales of Xillia von Stunde zu Stunde. Ein Grund dafür sind sicherlich die interessanten Charaktere, die alle ihre eigene Geschichte mit einfliessen lassen. Immer wieder schliessen sich neue Persönlichkeiten der Truppe an oder sind zumindest auf ihrem Weg behilflich. Sehr unterhaltsam sind die optionalen Dialoge zwischen den Charakteren, wodurch man nicht nur mehr über sie erfährt, sondern auch des Öfteren einfach nur über ihr Verhalten lachen muss. Nebenbei gibt es noch Side-Quests zu lösen, allerdings nichts weltbewegendes. Mehr als “hol mir dies aus dem Gebiet” oder “erledige diese Monster für mich” liegt da meist nicht drin.

Standardkämpfe
Keine Sorge, Kämpfe kommen in Tales of Xillia garantiert nicht zu kurz. Zwischen den Städten begegnen dem Team nämlich massenweise Monster, aber auch starke und übergrosse Bossgegner. Gekämpft wird in einer freibegehbaren Arena, wobei die Gefechte immer nach dem gleichen Prinzip ablaufen und zumindest auf normaler Schwierigkeitsstufe selten eine wirkliche Herausforderung darstellen. Wer nicht ständig den Gegnern ausweicht, levelt zügig auf und wird daher für die Kämpfe nicht viel Zeit aufbringen müssen. Wie auch in einigen anderen RPG-Spielen, erhält jeder Charakter nach einem Levelaufstieg Punkte, die in einem Spinnennetz ähnlichen System angelegt werden und die Lebensenergie, Statuseinheiten oder Kampfstärke steigern. Mit weiterer Kampfausrüstung und Zubehör wird jede Figur individuell verstärkt. Um noch stärkere Spezialattacken auszuführen, wird die eigene Figur mit einem Charakter freier Wahl verbunden. Weitere Aufgaben der Crew Mitglieder lassen sich übrigens im Menü einstellen, ob diese mitten im Gefecht kämpfen oder sich von ausserhalb um die Gesundheit kümmern, ist also eure Entscheidung. Ach ja und da gibt es noch etwas, das Tales of Xillia interessant macht: Ein offline Multiplayer Modus. Okay, ihr könnt zwar nicht die ganze Reise zusammen zurücklegen, aber die Kämpfe lassen sich mit drei weiteren Spielern bestreiten. Ein netter Versuch das sonst so strikte Einzelspieler Game aufzupeppen.

Das sieht ja wie ein PS2-Game aus
Wer sich ein Tales auf PS3-Niveau erhofft hat, muss wohl erneut beide Augen zudrücken. Die Grafik ist nicht gerade das Gelbe vom Ei und basiert eher auf der Technik aus PS2 und Wii Zeiten. Das hat zufolge, dass die Figuren ziemlich steif wirken und auch nicht gerade vor Emotionen sprühen. Selbst die Landschaften sind ausserhalb der Städte sehr karg und wiederholen sich zu oft, hier wäre definitiv mehr möglich gewesen. Aber was solls, die Fans werden deshalb das Spiel wohl kaum ins Nirwana schicken und sind froh, dass es überhaupt nach Europa (mit zwei Jahren Verzögerung) geschafft hat. In Tales of Xillia muss auf eine japanische Vertonung verzichtet werden, dafür ist das Spiel mit englischen, sehr gut ausgewählten, Synchronsprechern ausgestattet und mit deutschen Untertiteln unterlegt.

 

Fazit

Abgesehen von dem anfänglichen öden Start, hat mich Tales of Xillia in den darauffolgenden Stunden völlig in seinen Bann gezogen. Die Kämpfe werden zwar mit der Zeit etwas langweilig, doch die Story und die guten Charakterdesigns machen dies wieder wett. Dank den unterhaltsamen Dialogen und dem guten Soundtrack kann ich auch über die veraltete Grafik hinwegsehen.

80%

Spannend


Leserwertung: 0

Weitere Beiträge zum Thema: , ,


Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



Back to Top ↑