Testlabor The Cabin in the Woods

Veröffentlicht am 15. September 2012 von Adrian Dermon

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The Cabin in the Woods

Wer gerne spielt, der geht auch gerne ins Kino. Dies ist bei uns nicht anders und deshalb gibt es bei uns neu die Rubrik Filme, in denen wir euch einfach unsere Meinung zu Filmen, die man gesehen oder eben nicht gesehen haben muss, erzählen. Jedoch ist es eure Meinung ob ihr uns glaubt oder nicht.

Den Anfang macht ein Film, der bei vielen Kritikern und sogar bei einigen meiner Kollegen eine sehr gute Kritik bekam. Es handelt sich dabei um The Cabin in the Woods, ein eigentlich klassischer Horrorfilm. Horrorfilme haben es heutzutage schwer, entweder versuchen sie uns mit psychologischen Tricks oder einfach mit Splattereffekten zu erschrecken. Vor allem die Splattermovies kommen oftmals mit derselben Geschichte über die Runden und sind oftmals nur noch trashig statt erschreckend. The Cabin in the Woods will eine Hommage für solche Filme sein. Auch einige Testberichte und eben meine Kollegen berichteten genau so von diesem Film. Erschreckend und überraschend waren Worte, die ich darüber gelesen habe. Aber ganz ehrlich, wer wirklich nur ein wenig diese Filme liebt, wird sofort merken, dass dies nicht stimmt.

Eigene Meinung
Die eigene Meinung ist wichtiger als alles was man lesen oder hören kann und so ging ich mit einem anderen Kollegen in eine Nachtvorstellung des Films. Da es nur wenig andere Personen im Kino gab, konnten wir uns voll und ganz auf den Film konzentrieren.

Ganz kurz zur Story: Fünf mehr oder weniger junge Teenager, mit den typischen Klischeefiguren wie Sportler, Kiffer und Blondine (trotz nur gefärbte Haare)  wollen einen Ausflug in eine einsame Waldhütte machen und werden dort von Untoten langsam einer nach dem anderen qualvoll umgebracht. So weit so bekannt, doch gleich am Anfang vom Film sieht man zwei ältere Typen, die in einer Einrichtung die Protagonisten immer im Auge behalten und das Geschehene kontrollieren. Warum sie das machen, kommt erst am Schluss heraus und wird natürlich nicht verraten.

Eigentlich wäre die Ausgangslage trotz der sehr banalen Story wirklich interessant. Dazu gesellen sich einige hervorragende Schauspieler wie Chris Hemsworth (Thor, The Avengers), Jesse Williams (Grey’s Anatomy) oder sogar Sigourney Weaver (Alien und sehr viele andere tolle Filme) in die Metzelei. An was liegt es also, dass der Film bei mir nicht so gut rüberkam. Eigentlich ist es ganz einfach, ich habe einen Horrorfilm à la Jason oder Texas Chainsaw erwartet. Herausgekommen ist aber eine Komödie mit leichtem Horrortouch. Der Film nimmt sich leider zu fast keiner Zeit zu ernst. so dass einfach kein Horrorfeeling aufkommen will. So ist die Einstiegssequenz zwar witzig, zeigt aber sofort wo der Film hinsteuert. Denn statt die Kinobesucher im Dunkeln zu lassen, wer hinter den qualvollen Hinrichtungen steckt, werden gleich die Strippenzieher gezeigt, die ganz normale Büroleute sind, die ihren Job machen. Das noch grössere Problem, die Spassigkeit, die sie beim Quälen empfinden ist immer witzig dargestellt, so dass das ganze Grauen einfach verschwindet. Sequenzen, die erschrecken sollen verkommen dabei zu einer Lachnummer nach der anderen.

 

Ein anderes Problem ist, dass sie von den langweiligsten aller Kreaturen angegriffen werden. Überlegt mal, ihr habt in einem Film die Wahl alle bösen Kreaturen der Unterwelt auf eure Versuchskaninchen zu hetzen, für welche entscheidet ihr euch? Da werden die Meinungen sicher auseinander gehen, aber sicher werdet ihr mir Recht geben, das Untote Hinterwäldler wirklich die langweiligsten Kreaturen sind. So werden sie auch von den Protagonisten im Film behandelt, was wiederum zu lautem Lachen führte. Wiederum positiv zu bewerten ist, dass es ein hübsches Stelldichein mit fast allen Monster, die die Filmwelt kennt, noch gibt. Leider sind auch diese Szenen nicht schauderhaft, sondern nur komisch. Und so findet es man nur noch schade, dass die tollen Figuren für einen Film herhalten mussten, anstatt selbst einen eigenen zu erhalten. Blut fliesst zwar dann auch literweise, doch wirklich extreme Szenen wie bei anderen Filmen werdet ihr nicht sehen. Der Schluss des Filmes ist dann wie der Anfang, nur komisch, was zwar gut aussieht, aber wirklich nicht zur vorherigen Story passt. So verwunderte es mich auch nicht, dass alle statt mit einem Schaudern nur mit einem Kopfschütteln den Kinosaal verliessen.

 

Fazit

Ich gebe zu, ich hatte mit diesem Film viel Spass. Er unterhält super und auch den Schauspieler sieht man an, dass sie viel Spass hatten. Soviel gelacht habe ich nicht einmal in einigen anderen Komödien. Aber leider liegt da auch das Problem. Der Film möchte eigentlich ein Horrorfilm mit Hommagen zu anderen Klassiker sein. Zwar veräppelt er wirklich andere Filme sehr gut, doch leider verschwindet so der ganze Horror. Albträume danach wird hier wirklich niemand haben. Trotzdem fliesst genügend Blut, so dass Personen, die nicht so auf Horror stehen, die Finger davon lassen sollten. Wer den Film anschauen möchte, soll dies tun, bitte erwartet aber keinen grausigen Horrorstreifen sondern geniesst einfach das verrückte Szenario.

60%

Horror nein, Komödie ja


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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