Testlabor The Crew

Veröffentlicht am 22. Dezember 2014 von Michel Blind

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The Crew

Die Vereinigten Staaten – ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wie es überall immer so schön heisst. In The Crew seid ihr zwar an ein Auto gebunden, doch auf welchen Wegen ihr schlussendlich fahrt, ist gänzlich euch überlassen.

Umfang yeah, Story meh!
Beginnen wir mit den positiven Aspekten, die The Crew zu bieten hat. Die grosse Karte zum Beispiel, auf der ihr stundenlang herumdüsen könnt und selbst dann erst ein Bruchteil des gesamten Landes gesehen habt. Wahrheitsgetreue Nachbildungen von Hochhäusern, Statuen oder anderen Sehenswürdigkeiten lassen euch in so manch einer Situation die Kamera zur Seite schwenken – meist endet dies leider auch in einer Frontalkollision auf der Gegenfahrbahn. Aber egal, shit happens! Leitplanken habt ihr übrigens nur auf der Autobahn und an gewissen Stellen, ansonsten könnt ihr hier quasi über Stock und Stein brettern und auf diese Weise Abkürzungen nehmen. Dafür stehen euch verschiedene Fahrzeugklassen wie Gelände oder Strasse zur Auswahl. Um nicht unzählige Stunden damit zu vergeuden einmal von New York bis Los Angeles fahren zu müssen, nur um eine kleine Mission zu starten, gibt es auch Blitzreisen. Es gilt: Nur wer auf dieser Strasse schon mal durchgefahren ist, kann auch die schnelle Reisevariante in Anspruch nehmen.

Weniger erfreuen könnt ihr euch an der Story, die wieder mal so unbedeutend plump ausfällt, dass sie eigentlich wie ein laues Lüftchen an euch vorbei zieht. Sehr nervig sind dabei die sich ständig wiederholenden Sprüche, die ihr von Gegner auf die Ohren gedrückt bekommt. Die Story- und Nebenmissionen setzten sich in der Regel aus normalen Rennen, als auch aus Checkpoint- und Polizeifluchtrennen zusammen. Gelegentlich gilt es auch auf einem längeren Abschnitt so wenig Schaden wie möglich zu Verursachen – bei einem starken Verkehrsaufkommen nicht immer so eine leichte Sache. Für jedes absolviertes Rennen erhaltet ihr Erfahrungspunkte sowie Aufrüstungsteile und Punkte für euer Auto. Bei jeder Mission lässt sich vorab einsehen, wie viele Punkte das Auto haben sollte, damit ihr mit den Gegnern mithalten könnt. Sehr Ärgerlich sind hingegen gelegentlich unsichtbare Gegenstände auf der Strasse, die euch abrupt crashen lassen sowie die kaputten Spielstatistiken, die aufgrund eines Fehlers beim Starten einer neuen Gamesession wieder auf null sind. Zu Releasebeginn wurden diese sogar jedes mal komplett gelöscht, mittlerweile soll dies aber nicht mehr der Fall sein, wie Ubisoft mitteilt – ein Update folgt demnächst.

The Crew zählt sich zu den mittlerweile unzähligen Games, die zu Beginn wegen zu überlasteten Servern Kritik ernteten. Im Test war es mir zwar möglich mich mit fremden Spieler zu einer Crew zu formen und Storymissionen zu absolvieren, doch die Multiplayer-Missionen mit acht Spielern war dann anscheinend doch zu viel für die Server. Am besten man sucht sich drei Freunde aus seinem Umfeld, mit denen man seine Karriere in einer Crew beginnt. So könnt ihr zu viert im Koop zocken und alle Rennen gemeinsam bestreiten. Allerdings heisst dies nicht automatisch, dass ihr es auf diese Weise leichter habt, da ihr quasi von den jeweiligen Leistungen der Spieler abhängig seid. Ansonsten müht ihr euch mit einer nervigen Gummiband-KI ab, die sich mehr erlaubt (oder eben nicht) als ihr selbst dürft.

Hübsches Amerika
Als ich im Herbst die Beta von The Crew ausprobiert habe, war ich schockiert über die miserable Grafikleistung. Ich hatte eher das Gefühl, als hätte ich ein PS3-Racer der ersten Generation vor mir, anstatt ein Rennspiel für die Next-Gen Konsolen. Die Verschiebung auf Dezember war daher eine gute Entscheidung, in der finalen Version sieht The Crew nämlich richtig hübsch aus. Zwar kann es optisch niemals mit einem Forza Horizon 2 oder Drive Club mithalten, doch für ein Rennspiel mit einem solchen Umfang ist dies mehr als ordentlich. Auch der Soundtrack kann mit seinem reichhaltigen Genreangebot durchaus überzeugen – schade ist jedoch, dass auf dem Bildschirm die aktuellen Songtitel nicht erwähnt werden. Wer seine persönliche Playlist also mit Musik aus The Crew aufbessern möchte, soll auf jeden Fall die Shazam-App auf seinem Smartphone oder Tablet bereit halten.

 

Fazit

The Crew macht Spass, sieht gut aus und bietet einen unglaublichen Umfang, aber man merkt schnell, dass es in der Entwicklung mehr Zeit benötigt hätte. Viele Dinge hätten die Entwickler besser machen und nervige Fehler bereits im Vorfeld ausmerzen können. So allerdings gesellt sich The Crew zu den Rennspielen, die wir für den Moment zwar gerne spielen, danach aber im Nirvana verschwinden.

70%

Der letzte Feinschliff fehlt


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Über den Autor

Besitzt fast jede gängige Konsole, verbringt aber die meiste Zeit vor seinen Nintendo-Geräten. Er sammelt Pokébälle und jeden Mist, den man in versteckten Truhen findet. In Racing-Games, besonders in Mario Kart, macht ihm keiner was vor. Deckt sich wie verrückt mit Figuren aus der Gamewelt ein, mit starker Auswirkung auf sein Portemonnaie. Motto: Still Alive! (PSN: Benjiix4 / WiiU: Benjiix)



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