Testlabor The Order 1886

Veröffentlicht am 19. Februar 2015 von Marc Röthlisberger

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The Order 1886

Lange habe ich auf The Order 1886 gewartet, weil ich begeistert war, als ich es an der gamescom vor zwei Jahren das erste mal sah. Der spannende Event von Anfang Woche tat das seinige dazu. Nun machte ich mich also auf, ein halb fiktives London im Jahre 1886 zu besuchen und ich war nicht nur positiv überrascht!

Wie, wo und ähm, warum?
Zu Beginn des relativ langen Intros habt ihr absolut keine Ahnung worum es geht. Einzige Info: Ihr wart ein Ritter und seid nun ein Gefangener, welcher gerne mal etwas gefoltert wird. Erst im Laufe der Zeit, wenn die Story wirklich beginnt und ihr in der Zeit zurückwandert um die Vorgeschichte zu spielen, wird einem einiges klar. Die Story ist echt spannend gestaltet, auch wenn das Rad nicht neu erfunden wurde – sprich nichts was es noch nicht gegeben hätte. Wir schreiben also, überraschenderweise, das Jahre 1886. Die Ritter der Königin (oder der Tafelrunde? Gründer soll nämlich König Artus himself gewesen sein) kämpfen sowohl gegen Rebellen, welche der Königin an den Kragen wollen, als auch gegen Halbblüter, Lykaner oder einfach Werwölfe. Bei all dem Trubel wird der hin und wieder erwähnte Jack the Ripper, welcher Prostituierte in den Strassen schlachtet, erst einmal zur Randfigur degradiert. Genial ist für mich die Mischung von echten geschichtlichen Personen, unter anderem der eben erwähnte Jack, Charles Dickens, Thomas Edison oder Nikola Tesla, auf den ich später nochmals kurz zu sprechen komme. Ebenso interessant sind die alten Legenden (Die Artus Sage oder das Schwarze Wasser) und ein Trank, welcher lebensverlängernd wirkt und die Selbstheilungskräfte des Körpers verstärkt (auch der “heilige” Gral genannt). Ein solches hat nämlich jeder unserer Ritter in einer Phiole um den Hals bis zu der übertrieben dargestellten Industrialisierung. Und genau diese ist es nämlich, welche uns Waffen bringt. Wunderschön hergestellte Waffen, die, so sieht es aus, ausschliesslich mechanisch funktionieren. Ein besonders ausgeklügeltes Modell schiesst beispielsweise Termitstaub, welcher mit einer Leuchtrakete entzündet werden kann. Oder die Arc-Gun, welche elektrisch geladene Pfeile verschiessen kann. Und nun kommen wir nämlich zu einem der Anspielungen, die mir an diesem Spiel so gefallen. Wie James Bond, den “Q” hat, haben wir Nikola Tesla, welcher für uns neue Waffen oder Gadgets konstruiert. Wo? Natürlich im Keller des Westminster Palace. Auch andere Easter Eggs findet ihr gelegentlich, beispielsweise eine Puppe, die stark dem bekannten Sackboy aus Little Big Planet ähnelt. All dieses chaotische Durcheinander, das im Spiel selbst gar nicht so chaotisch wirkt, trifft wiederum auf wahre Schauplätze, wie den Big Ben, den erwähnten Westminster Palace, die Tube oder das Armenviertel Whitechapel. Zu erwähnen sind sicherlich auch die Zukunftselemente wie Funkkommunikation, Luftschiffe, die über der Stadt schweben, oder die schon erwähnten eher futuristischen Waffen. Ich muss es einfach nochmals sagen, für mich sind diese Elemente des Spiels einfach nur stark.

Mein Job? Mal was drücken!
Neben dem langen Intro, gibt es auch immer wieder (zu)viele Cutscenes oder Quicktime-Elemente. Mir persönlich gefallen diese nicht schlecht, jedoch kann es auch wirklich zu viel sein und ich hatte das Gefühl, je länger das Spiel dauert, desto mehr kommen davon. Ich denke, dem ein oder anderen könnte dies durchaus zuviel werden.
Ihr spielt den Ritter Sir Galahad der immer wieder von den selben Leuten seines Ordens begleitet wird. Um diese mal kurz vorzustellen: Lady Igraine (Isabeau D’Argyll, Tochter des Lordkanzlers, ihr seid ihr Mentor und sie steht auf euch *zwinker*), Marquis de Lafayette (Franzose, kleiner Verführer, kämpfte an der Seite von George Washington bevor er zum Orden kam) und zu guter Letzt Sebastian Malory (langjähriger Partner von euch,  ca. 200 Jahre älter als ihr, aber noch lebendig wie ein junges Reh). Im Grunde ist The Order aber ein Third-Person-Deckungsshoter, mit einer etwas schwammigen Steuerung. Frustrierend ist ab und an, dass ihr euren Gegnern zwar mitten auf die Stirn trefft, diese aber nicht mit der Wimper zucken und munter weiter ballern. Die Gegner erweisen sich aber nicht gerade als sehr anspruchsvoll und werden relativ leicht erledigt. Dies ist bei den Lykanern anders, denn diese müsst ihr ein paar Mal Treffen, bevor diese angeschlagen mit dem Messer getötet werden können. Um das ganze etwas abwechslungsreicher zu gestalten, wurde hin und wieder einige, sehr leichte Kletterpassagen eingebaut. Runtergefallen bin ich nie – was soviel bedeutet, dass diese wirklich nicht anspruchsvoll sein können. Ach fast vergessen: Für mich ist es ein Segen, es gibt keinen Multiplayer! Schade, dauert der Storymodus nur wenige Stunden, ein grosser Abzug für diesen Punkt.

Wie seht ihr denn aus?
Grafisch gesehen ist das Spiel top. Die Cutscenes sehen stark aus und auch während dem Spiel kann sich das Game durchaus sehen lassen. Doch leider gibt es einige Details, die mir so einiges kaputt gemacht haben. Beispiele gefällig? Wenn ihr vor einem Spiegel steht, so gibt es euer Spiegelbild nicht. Okay vielleicht seid ihr ein Vampir und wisst es einfach nicht, doch ich bezweifle dies doch sehr. Habt ihr allerdings eine Lampe in der Hand, so spiegelt sich diese in jeglichen Glaselementen. Noch mehr? Zerschiesst ihr ein Fenster, so hört ihr zwar wie das Glas zersplittert, doch zu sehen ist leider immer noch das ganze Fenster, selbiges gilt teilweise für Schüsse in die Wand. Zwar kein Grafikfehler aber dennoch anstrengend. Der Sound der Waffen ist für mich wirklich nicht gut gelöst. Leise und unecht klingen diese nämlich in meinen Ohren, schade, denn ansonsten ist die Synchronisation gut gelungen.

 

Fazit

The Order 1886, was habe ich mich gefreut auf dieses Spiel und nun? Ich bin zwar nicht wirklich enttäuscht, aber ich habe auch meine Socken noch an! Es ist ein gutes Spiel, dies weil die Story nicht schlecht ist und mir die Mischung aus wirklicher Vergangenheit, echten Schauplätzen, futuristischen Waffen und Maschinen sowie der Fantasy sehr zusagt. Eigentlich ist es genau das, warum The Order für mich etwas ganz spezielles ist. Klar gibt es einige Abzüge, vor allem bei der Spieldauer. Es ist kein ausserordentlich gutes Spiel, aber es ist solid. Und trotzdem sage ich euch: macht euch bereit für die Lykaner Jagd!

85%

Lykaner jagen leicht gemacht!


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Über den Autor

Marc ist unsere Sportskanone - in zweierlei Hinsicht. Sportspiele sind seine Leidenschaft (und wir chancenlos) und Kanonen bedient er virtuell absolut zielgenau. Angefangen hat er mit Super Mario, mittlerweile zockt er quer durchs Beet alles. Ausser Prügelgames... die Memme! Spruch: "Früehner bin ich ihbildet gsi, hüt weiss ich das ich de best bin!!"



2 Antworten zu The Order 1886

  1. marshel87 sagt:

    Interessieren tut mich das Spiel schon :)
    Aber nachdem was man überall so liest, ist es mir wohl nicht den vollen Preis wert, da ich es wohl auch nur einmal durchspielen würde… Doch an und für sich mag ich es eigentlich durch die Story geleitet zu werden. So open World getue gefällt mir gar nicht so wirklich.. :D

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