Testlabor Titanfall

Veröffentlicht am 2. April 2014 von William Eichele

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Titanfall

Microsoft hoffnungsvolles Zugpferd Titanfall ist da und zieht, zumindest im Vereinten Königreich, mächtig die Konsolenkäufe hoch. Um satte 96% stieg der Konsolenverkauf in der Launchwoche. Doch vermag das neuste Projekt um die Herrn Zampala und West auch das zu halten, was es im Vorfeld versprach?

Darf man hier von Kampagne reden?

Eins mal noch vorneweg: Das Spiel hat eine Kampagne. Nur ist diese online und hat den Namen “Kampagne” lediglich auf dem Papier verdient. Denn nebst einem Briefing vor und nach der Multiplayerschlacht in Form einer Zwischensequenz, gibt weder viel zu sehen noch zu hören, was einer Kampagne ähneln würde. Das kaum verständliche Gebrabel zwischen den Briefings versteht man dank Titanen, die durch die Landschaft stampfen, kaum. Auch wenn ihr mal ein ruhiges Plätzchen findet, dürfte euch die Action selbst auch genügend vom kleinen Quadrat oben rechts auf dem Bildschirm genügend ablenken.

Dem gegenüber steht der klassische Multiplayermodus mit einigen Neuerungen. In altbekannten Modi wie Capture the Flag, Hardpoint (Basis angreifen/verteidigen) und Deathmatch gliedern sich auch noch neue sowie Last Titan Standing und Pilot Hunter. Die Namen sind Programm und so jagen alle Spieler im erst erwähnten mit Titans übers Schlachtfeld, bis das Feld von sämtlichen feindlichen Metalriesen gesäubert ist. Es darf zwar ausgestiegen und als Pilot getötet werden, euer Titan wird dann allerdings vom CPU gesteuert und dies kann dann doch schnell in die Hose gehen. Pilot Hunter ist das genaue Gegenteil. Nur Pilotenkills geben Punkte, Grunts und Spectres werden nicht zum Teampunktestand addiert.

CPUs im Serverjungle?

Eine weitere Neuerung sind die sogenannten Grunts und Spectres. Diese sind computergesteuerte Mitstreiter, die euch und dem Gegner zur Seite stehen. Sie dienen hauptsächlich als Kanonenfutter und sollen nebst Schiessübung für Anfänger auch als Boost für die eigenen EXP dienen. Sie treten dabei wie ein Schwarm Fliegen auf, einfach wegzuklatschen, aber bei zu grosser Anzahl, kann euch doch mal die eine oder andere Kugel ins Auge fliegen. Die reelen Mitspieler sind da schon etwas happiger drauf. Von Fenster zu Fenster oder von Wand zu Wand aufs Dach und dann wieder durch’s Fenster, sieht man geübte Piloten leider schon bei seinem ersten Match an, sie schenken euch nichts. Auf Dächern all zu lange verweilen sollte man allerdings nicht.

Doch keine Frage, das macht riesen Spass! Eben dieses Feature ist es, was euch bei der Stange halten kann, denn nach einem Double Jump kann der Spieler an einer Wand hochklettern oder an ihr entlang laufen. Ist die Wand einmal berührt, so dürft ihr nochmals im Doppel springen. Daraus entstehen ganze Ketten an Parkourmoves. Geschickte Spieler springen so ganze Gebäude hoch und meiden in Matches gänzlich den gemeinen Strassenteer.

Matchmaking einmal schlecht gemacht

(Noch!) Ist das Matchmaking aber leider noch etwas verkorkts. Eine Beta-Matchmakingliste mit verbessertes Suche ist zwar bereits implementiert, bietet allerdings keine Möglichkeit den Spielmodus selbst festzulegen. Mein erstes Spiel bestritt ich mit Teamkollegen im Bereich von Level 30, unsere Gegner hingegen hatten diesen schon 2-3 hinter sich gelassen und etliche Prestigelevel erreicht. Auch fair, teilweise bestand mein Team fast komplett aus Anfängern mit Leveln 10 oder niedriger. Das dies natürlich nicht normal sein sollte, stellte Respawn Entertainment nach dem Release mit einer Patchankündigung klar. Mit einigen Matches auf dem Buckel und etwas Ehrgeiz, könnt ihr, auch den CPU’s sei Dank, aber schnell auf einen etwas ausgeglicheren Level steigen. Die dann freigeschalteten Waffen und Modifikationen machen dann auch den hohen Kill/Death Ratio möglich.

 Titanfall inbound!

Hach, wie hör ich den Satz gern. Diese halbe Sekunde ist es, welche euch die Augen weiten und eure Hoffnung in die Höhe schnellen lässt. So schnell der Counter Strike-esque Einstieg und Steuerung als Pilot ist, so angenehm langsam und kraftvoll steuert sich nämlich der Kampfkoloss. Denn auch wenig geübte Spieler erhalten mit den modifizierbaren Kolossen die Möglichkeit, etwas im Schlachtverlauf auszurichten. Die durch die Grösse eingeschränkten Möglichkeiten, bieten das perfekte Pendant zum kleinen wendigen Piloten. Strassen, Landeflächen oder breite Wiesen bieten den Mechs zusätzliche Maps und damit genügend Platz für die freie Bewegung. Zu keiner Zeit hatte ich auf einer Karte das klaustrophibische Gefühl dauernd von Piloten auf Dächern umringt zu sein. Breite Ebenen und enge Durchgänge sind fair aufgeteilt. Hier kommt auch, meiner Meinung nach, die Stärke der Teamgrösse zum Tragen. Auf fast allen Maps ist die 6vs6 Aufstellung nämlich fair und für Piloten sowie Titans gleichermassen ausreichend. Wer dennoch Angst für kleinen Parasiten auf seinem ach so schönen Mech hat, kann sich beruhigt wägen. Eine akkustische sowie visuelle Warnhilfe zeigt euch an falls ein gegnerischer Spieler auf eurem Stahlungetüm sitzt.

 Kartenspiel im Shootergenre?

Ein weiteres nettes Feature ist zudem die bis zu drei einsetzbaren Karten. Diese sind im Spielverlauf freizuschalten. Die Karten bieten mehr Erfahrungspunkte bei Spectrekills, eine grössere Wumme, schnellere Abilityreloads usw. Bis zu drei Slots können pro Spiel mit unterschiedlichen Karten belegt werden. Einmal verbraucht, halten die Karten bis ihr sterbt oder das Spiel zu Ende ist. Ein wirklich nettes Feature, das eine gewisse Abwechslung in die Dynamik bringen. Dennoch können Vielspieler natürlich davon etwas mehr profitieren als Gelegenheitspieler.

Fazit

Das Erstlingswerk der Damen und Herren von Respawn Entertainment ist gelungen. Wenn das Matchmaking auch noch bald in etwas fairere Gefilde gelangt, steht dem Spiel eine grosse Zukunft bevor. Super Dynamik zwischen Pilot und Titan, fairer Ausgleich derer Fähigkeiten sowie ein shootertypisch grosses, freischaltbares Waffen- und Equipmentarsenal. Die Parkourfähigkeit der Piloten macht zudem nicht nur Sinn, sondern auch einen Höllenspass. Auch Shootermuffel sollten auf jeden Fall beim Kumpel einige Sprüng, aus oder in die Luft, absolvieren.

88%

Shooterfans, greift zu!


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Über den Autor

Hat mit 6 Jahren seine erste Konsole vom grossen Bruder geschenkt bekommen womit sein Schicksal besiegelt wurde. Mag ausser Sportspielen eigentlich alles unter der Sonne, solang es einen packt. Am liebsten aber nicht all zu rohe Rollenspielkost sowie Action-Adventures und definitiv Halo. Hasst auf Touchscreen emulierte Joysticks/Tasten und schwört auf den Controller...bis jetzt.



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