Testlabor Tomodachi Life

Veröffentlicht am 13. Juni 2014 von Adrian Dermon

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Tomodachi Life

Seit kurzer Zeit macht Nintendo nebst dem wunderbaren Mario Kart 8 auch Werbung für das spezielle 3DS-Spiel Tomodachi Life. In diesen Clips waren selbst kreierte Miis zu sehen, wie sie sich unterhielten und verschiedenen Aktivitäten nachgingen. Eine Frage, die mich im ersten Moment am meisten beschäftigte: Welcher Titel möchte Tomodachi Life am meisten nacheifern? Sind es die Sims, ist es Animal Crossing oder sogar das einfache Tamagotchi? Obwohl es eine Lebenssimulation ist, kann man es tatsächlich am besten mit Tamagotchi vergleichen.

Von Anfang an
Wie ganz typisch bei Lebenssimulationen, gibt es keine Geschichte oder bestimmte Missionen, die ihr erfüllen müsst. Bei Tomodachi Life erstellt ihr zuerst ein Mii von euch oder verwendet eines, das ihr bereits erstellt habt. Danach gebt ihr mit verschiedenen Auswahlmöglichkeiten die Persönlichkeit des Miis ein (ist er schnell, ist er fröhlich oder traurig etc.) Sogar eine Stimme verpasst ihr der Figur, denn alle Miis sprechen mit euch. Zwar ist es nur eine Computerstimme und hört sich auch so an, aber sicherlich ein witziges Feature. Sobald ihr ein Mii oder mehrere erstellt habt (je mehr, desto besser), erscheinen diese in einem Appartment auf einer Insel, wo sie ab sofort ihrem täglichen Leben nachgehen. Im Gegensatz zu Die Sims oder Animal Crossing steuert oder befehlt ihr eure Miis nicht durchs Leben, sondern schaut ihnen einfach zu. Klingt zunächst einmal langweilig, doch ein bisschen Einfluss habt ihr schon.

Tamagotchi eben
Alle Miis sind selbständig und handeln je nach Einstellungen unterschiedlich, ohne dass ihr etwas dagegen tun könnt. Damit die Figur auch was macht, nehmt ihr trotzdem sehr viel Einfluss auf ihr Leben. Denn alle Miis haben Bedürfnisse, der von einfachem Hunger bis zum Verliebt-sein reicht. Eine Wolke über ihren Köpfen sagt euch immer, wenn sie ein bestimmtes Bedürfnis verspüren, doch aufgepasst, alle haben andere Vorlieben, die ihr zuerst herausfinden müsst. Zum Beispiel mögen nicht alle dasselbe Essen oder die gleiche Kleidung. Macht ihr die Miis glücklich, steigt ihr im Level an und neue Gegenstände oder andere Dinge werden freigeschaltet, zusätzlich erhält ihr Geld für neue Einkäufe. Dies ist dann auch der zweite Punkt, bei dem ihr Einfluss nehmen dürft. Nach und nach schaltet ihr neue Orte für eure Miis oder neue Gegenstände frei, mit welchen sie interagieren. So geschehen witzige Situationen, bei denen ihr einigen Miis beim Angeln oder Karaoke begegnet. Auch kleine Minispiele schaltet ihr nach und nach frei. Dank diesen Möglichkeiten sowie immer neuen Gegebenheiten, wird das Game nicht so schnell langweilig. Trotzdem habt ihr nur gewisse Aufsichtspflichten, so dass der Spielspass nach einiger Zeit nachlässt oder ihr nur noch sporadisch nachschaut. Doch keine Angst, obwohl die Zeit im in Echtzeit vergeht, sterben eure Miis nicht weg, auch wenn einige Tage ohne Essen oder Beschäftigung vorbeiziehen. Allerdings gehen euch in dieser Zeit einige Events flöten. Ein weiteres Feature ist sicherlich, dass die Miis heiraten dürfen und sogar Kinder bekommen. Dies hört sich spassig an, ist jedoch sehr leicht zu bewerkstelligen und deshalb nicht so herausfordernd. Einigen wird es sicherlich gefallen.

Leider schafft Nintendo es erneut nicht die Onlinemöglichkeiten voll auszuschöpfen. So dürft ihr zwar immer wieder Fotos von euren Miis schiessen und diese online stellen oder auch Charaktere von euren Kollegen empfangen, zusammen auf der gleichen Insel mit und mit Freunden interagieren ist aber nicht möglich. Ihr erhält einfach den gewünschten Mii mit seinen Eigenschaften und kümmert euch dann selbst um ihn. Im Game hätte an diesem Punkt bestimmt mehr Potenzial gesteckt.

Geschmackssache
Die wohl grösste Geschmackssache ist die Präsentation. Diese kommt japantypisch und sehr schräg daher. So sind fast alle Gegenstände den Realen Objekten nachempfunden, die Miis kommen dagegen eher comichaft, aber mit witzigen Animationen daher. So wirkt es grafisch sehr bunt, aber auch nicht altbacken oder neu. Wem dieser Stil gefällt, wird seine Freude daran haben. Etwas anders sieht es beim Sound bzw. bei den Stimmen aus. Wie bereits erwähnt, sprechen die Charaktere mit einer Computerstimme, die ihr selbst noch verändern dürft. Trotzdem geht dies mit der Zeit auf die Nerven, da die Emotionen einfach nicht hörbar waren und es zu stockend klang. Noch nerviger war gelegentlich die Hintergrundmusik. Kommen bei Karaoke oder einigen Gelegenheiten hübsche Melodien aus dem Lautsprecher, gibt es auch Stellen im Spiel, bei denen ihr denkt, dass die Entwickler einfach eine Katze beim Miauen aufgenommen haben. Wer sich daran stört, kann die Musik abschalten, da alle Texte eingeblendet werden.

 

Fazit

Tomodachi Life ist ein besseres Tamagotchi, das sicherlich vor allem jüngere Spieler eine Weile Freude bereitet. Die Charaktere sehen lustig aus und immer wieder gibt es was zu schmunzeln. Dennoch muss man von der Grafik, vom Sound sowie von dem eher schrägeren Spieldesign Fan sein. Wer sich davon nicht stört und auch immer mal kurz Zeit hat, zu seinen Miis zu schauen, der wird es sicherlich nicht bereuen. Bei allen anderen wird die Anfangsmotivation aber schnell nachlassen.

72%

Das bessere Tamagotchi


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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