Testlabor Top Spin 4

Veröffentlicht am 10. April 2011 von Adrian Dermon

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Top Spin 4

Jeder Schweizer wird den Tennissport sicher schon einmal am TV verfolgt haben. Kein Wunder, kommt doch unser berühmtester Sportler aus dieser Sparte. Doch auch fast jeder Gamer hat schon mal ein Tennisspiel gespielt. Die Rede ist von Pong, einem der wohl berühmtesten Spiele. Seine Nachfolger sehen heute natürlich mehr nach dem Tennissport aus dem TV aus. Dabei zeichnen sich zwei Spieleserien für diese Sportart zuständig. Diese sind Virtua Tennis und Top Spin. Ist Virtua Tennis mehr Arcadelastig, so sieht sich die Top Spin Serie mehr als Tennissimulator. Im Neuen Top Spin 4 will man diesem Prinzip treu bleiben.

Der Umfang
Was bietet aber der vierte Teil der Serie eigentlich? Nachdem ihr wieder einmal über 30 Minuten warten musstet, bis endlich alle Daten auf der Festplatte installiert sind, erscheint das Hauptmenü. Darunter wählt ihr aus, ob ihr ein kurzes Spiel machen möchtet oder gerade zum Karrieremodus gehen wollt. Des Weiteren gibt es noch einen Trainingsmodus sowie den Onlinemodus. Von Beginn an sind 25 Spieler frei wählbar. Dabei sind klingende Namen Roger Federer, Rafael Nadal oder Novak Djokovic. Überraschend hat es auch Stanislav Wawrinka in das Spiel geschafft. Dazu gibt es einige“Oldies“ des Tennissports wie Boris Becker oder Pete Sampras. Enttäuschender ist da eher die Frauenauswahl.  Denn hier gibt es nur sechs Auswahlmöglichkeiten.  Trotzdem geht die Auswahl in Ordnung, da alle den Spielstil ihres realen Charakters haben. Bei den Turnieren haben es alle berühmten Plätze in das Spiel geschafft.  Hier lässt das Spiel wirklich keine Wünsche offen

Eine eigene Karriere
Natürlich ist der Karrieremodus wieder einmal das Kernstück des Spiels. Hier stellt ihr an einem eher einfacheren Editor, der trotzdem genügend Möglichkeiten bietet, einen eigenen Spieler oder Spielerin zusammen und versucht die Nummer 1 der Welt zu werden.  Doch das ist nicht so einfach wie man meint, denn bevor ihr an einem Turnier teilnehmen könnt, müsst ihr euch qualifizieren. In jedem Spiel erhaltet ihr Erfahrungspunkte und steigert verschiedene Erfahrungswerte.  So steigt euer Spieler immer weiter der Weltspitze entgegen. Natürlich müssen auch Sponsorenverträge und Trainingseinheiten eingehalten werden.  Um an die Spitze der Welt zu kommen, werden viele Stunden vergehen, die wirklich Spass machen.

Realismus pur
Aller Umfang und ein guter Karrieremodus bringen nichts, wenn das Spielgeschehen auf dem Platz schlecht wäre. Dies trifft bei Top Spin 4 sicher nicht zu. Denn sind beide Spieler auf den Platz, habt ihr das Gefühl, einen echten Tennismatch zu sehen, so realistisch fliegt der gelbe Filzball über den Platz. Auch die Spieler bewegen sich wie ihre Vorbilder. Gegenüber dem arcadelastigerem Virtua Tennis ist hier alles wirklich auf Realismus getrimmt. Wenn ihr euch nur kurz falsch bewegt oder einen falschen Schlag wählt, ist  die Chance für den Gegner da. So ist kein Ballwechsel wie der andere. Anfänger werden am Anfang ihre Mühe haben, Profis freuen sich, ihr Spiel bis ins kleinste Detail anzupassen.

Komplexe Steuerung
Gegenüber seiner Konkurrenz wird der höhere Realismusgrad vor allem bei der Steuerung bemerkbar. Die Auswahlmöglichkeiten sind immens und bis alles Schläge erlernt sind, braucht es ein paar Stunden.  Natürlich gibt es die vier Grundschläge Top Spin, Slice, Flat oder Lob, doch diese bieten alle verschiedene Varianten. Nicht nur der Winkel ist dazu noch entscheidend sonder auch wo euer Spieler zum Ball steht und einem ausgezeichnetem Timing. Dabei müsst ihr den gewünschten Schlagknopf kurz bevor der Ball kommt drücken um eine Leiste aufzuladen. Seid ihr zu früh dran, überladet die Leiste und der Schlag wird zu stark. Lässt ihr zu spät los, trifft der Spieler den Ball nicht richtig.  Nach genügend Training gelingen euch aber die schönsten Ballwechsel.

Enttäuschende Move-Steuerung
Ein Tennis-Titel ist natürlich perfekt für Sonys Move Steuerung.  Natürlich unterstützt auch Top Spin 4 dieses Feature. Meine Erwartungen waren gross und wurden eher enttäuscht. Ihr lenkt den Spieler weiterhin mit dem Sub- oder dem normalen Playstation Controller mit der linken Hand. In der rechten Hand haltet ihr Move wie ein Tennisschläger. Jedoch ist dem Spiel egal, wie ihr den Schläger haltet. Ausser den Schwung und somit die Stärke erkennt das Spiel nichts. Um einen Lob oder Slice zu spielen, müsst ihr noch eine zusätzliche Taste drücken. Einziger Vorteil dieser Steuerungsart ist, dass das Timing einfacher ist, um den Ball zu treffen. Anfänger sind am Anfang sogar ein wenig im Vorteil mit dieser Steuerung. Trotzdem ein enttäuschendes Ergebnis, wenn man schon jetzt zur Konkurrenz rüberschaut, die es hier um einiges besser machen.  Hier hat man sehr viel Potential verschenkt.

Multiplayerspass
Spass macht das Spiel natürlich auch im Multiplayer. Bis zu vier Spieler treten off- oder online gegeneinander an. Dabei macht der Online World Tour Modus einen sehr guten Eindruck, der nichts Weiteres als der Karrieremodus gegen echte Spieler ist. Um es hier an die Weltspitze zu schaffen, muss viel Zeit investiert werden.

Grafisch gut, Sound top
Bei der Grafik macht der Titel keinen schlechten Eindruck. Wenn die Kamera über dem Centercourt hängt, meint man, fast an einer echten TV Übertragung dabei zu sein. Dank den tollen Animationen sieht alles wie im echten Leben aus. Kommt die Kamera aber ein wenig näher, erkennt ihr zwar jeden Spieler sofort, aber die Gesichter wirken trotzdem sehr comichaft. Vor allem bei den Fotos der Sportler bemerkt ihr das sehr schnell. Weniger gelungen ist auch das Publikum, dass sehr einfach gemacht wurde. Auch einige kleine Clipping Fehler kommen vor. Nichts zu mäkeln gibt es dafür beim  Sound. Die Atmosphäre wird gut eingefangen, auch wenn ein Kommentator fehlt.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Top Spin 4 ist wirklich nichts für Gelegenheitsspieler. Zu komplex ist die Steuerung um wirklich alle Schläge zu beherrschen. Doch genau hier liegt aber auch die hervorragende Spielmechanik. Lässt man sich Zeit und trainiert fleissig, kommen die schönsten Schläge hervor. Dazu motiviert auch der gute Karrieremodus. Weniger gelungen ist die Move Steuerung, die nicht voll ausgenutzt wird. Trotzdem zeigt das Spiel eindrücklich wie richtiges Tennis aussehen muss. Wer auf realistisches Tennis steht und Geduld mitbringt, kann bei Top Spin 4 nichts falsch machen.

3.9


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Über den Autor

Als Kind süchtig, als Jugendlicher ein Nerd und jetzt nur noch ein Liebhaber der Kunst der Videospiele. Adrian machte in seinem Leben alle Zyklen eines Gamers durch und war immer der Nintendo und der Sony Konsolen treu. Seine Stärke sind Sportspiele. Aber einem guten Spiel aus anderen Genres ist er nie abgeneigt. Häufigster Spruch beim Spielen: Schleichen kann man, wenn man tot ist.



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