Testlabor transformers2

Veröffentlicht am 24. Juli 2011 von Cornelia Zogg

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Transformers 3: Stealth Force Edition

Das Cover von Transformers 3: Stealth Force Edition sieht ja schon eimal ziemlich krass aus. Bumblebee in voller Montur als Auto mit rieisgen Kanonen, explodierende Wolkenkratzer und ein fieser Obermotz mit noch fiesern Waffen. Ganz dezent steht am unteren Rand: Auto-Kampf Spiel. Hm. Das hätte mich bereits etwas stutzig machen können aber hey, ich bin ein Fan von Transformers also rein mit dem Spiel in meinen 3DS. Die volle Ladung Action soll mir jetzt entgegen schlagen, wenn ich das Spiel starte. Ich will Explosionen! Ich will Action! Ich will Transformationen!!! Aber, während ich das Schreibe, ringt sich mein mittlerweile wissendes Ich allerdings nur noch ein müdes Lächeln ab…

Nun denn, ich starte den Storymodus und lasse mir mal kurz erklären, dass irgendwelche Blabla’s mit ihren Blabla’s die Welt blabla wollen und ich mit den Autobots den Auftrag habe, sie aufzuhalten. Na gut: die Descepticons und ihr Anführer Megatron sind noch auf der Erde und verstecken sich. Wir als Autobots müssen sie aufspüren und aufhalten, weil die anscheinend immer noch ein bisschen angepisst sind von uns. Meine erste Mission starte ich als Autobot Mirage und lerne erst einmal, was ein Autobot so alles können muss. 1. Fahren, 2. Schiessen. Interessant ist aber bei Transformers 3 – und das meine ich nicht wirklich im positiven Sinn – das die eigentliche Gestalt der Autobots (die Roboterform an sich) nix in Stealth Force Edition zu suchen hat. Es gibt als Auto zwei Formen, das normale Auto ohne Waffen und das Auto aufgerüstet mit dicken Waffen. Grundsätzlich werdet ihr also oft ins Gaspedal treten. Mit A wechselt ihr zwischen den beiden Formen, mit B und Y betätigt ihr die Waffen – ein Maschinengewehr und eine dicke Kanone, für die ihr jeweils die Munition im Strassengraben auflesen müsst.

Auf gehts in die Acti…. gäähn
So. Nun folgen zwei Stunden knallharter Action… Nö. Nicht wirklich! Ihr ballert euch die nächsten zwei bis drei Stunden durch immer gleich aussehende Levels, schiesst auf die immer gleich aussehenden Karren der Autobots, beschützt die immer gleichen blöden Server und fahrt in die immer gleichen leuchtenden Checkpoints, während ihr euch in einem eigenen Kampf mit der miserablen Steuerung befindet. Aber dazu nacher. Die Missionen sind tatsächlich immer ziemlich gleich. Einzige Variation ist euer Spielcharakter, der mal zwischen Mirage, Optimus Prime, Bumblebee usw. hin und her wechselt. Aber die Steuerung sowie die Waffen bleiben bei allen gleich, einzig das Fahrgefühl ist bei Mirage beispielsweise etwas schnittiger als bei Optimus Prime. Aber ihr werdet grundsätzlich irgendwo in einer lieblos dargestellten Basis abgesetzt, die immer gleich aussieht und seid dort gezwungen, entweder von Checkpoint zu Checkpoint zu rasen oder wild um euch zu ballern, um irgendwelche Server zu beschützen.

Stealth? Definitionssache…
Aber machen wir doch nochmal kurz einen Abstecher auf das Cover des Games. Da stand doch was von Stealth? Meiner Erinnerung nach hat Stealth etwas mit Schleichen zu tun. Mit unbemerkt bleiben. Mit verstecken und hinterhältig Gegner um die Ecke bringen. Aber was ich hier in meinen Händen habe ist ein Auto-Shooter! Wo bitte ist hier das Stealth? Ich hatte die Erwartung, mit Bumblebee in Robotermontur durch alte Gemäuer, Fabriken und Lagerhallen zu schleichen und heimlich irgendwelche Viren in Computer zu hacken. Ziemlich weit gefehlt. Ich fahre, ich schiesse und – ja das wars eigentlich schon.

Das ist ein Autospiel… was soll diese Steuerung???
Das Ganze könnte ja rein theroetisch betrachtet ziemlich witzig sein. Wäre da nicht die Steuerung. Himmelhergott nochmal was haben sich die Entwickler hierbei gedacht? Das Fahren an sich im normalen Auto-Modus wäre ja noch gut gelungen. Einfach den Joystick nach vorne drücken und los geht die Raserei. Links, rechts, geradeaus, alles wunderbar. Aber dann kommt der “Stealth”-Modus (ja, der Modus mit den dicken Wummen und dem Rumballern). Da schwebt euer Auto. Heisst: Ihr könnt auch links und rechts schweben – aber nicht um die Kurve sondern wirklich das Auto von links nach rechts verschieben. Wenn ihr Kurven fahren müsst, müsst ihr noch mit den Schultertasten links und rechts steuern. Klingt eigentlich ziemlich simpel, ist aber dermassen unhandlich und ungewöhnlich, dass ich meistens nicht mit meinen Gegnern kämpfen konnte, sondern mit der Steuerung bereits zu Genüge zu Kämpfen hatte.

Visuell ansprechend wie ein Trabi
Optisch ist das Spiel dann auch nicht gerade ein Ferrari unter den Games. Die Levels sehen alle gleich aus und das nicht mal gut. Sie sind ohne Details, lieblos dahergepfuscht und es macht nicht den Geringsten Spass, sich in den abgelegenen Wüstenlandschaften in irgendwelchen Betonumzäunungen herum zu treiben oder durch irgendwelche leeren Strassenschluchten zu rasen. Die “Story” ist in Standbildern erklärt, ihr seht ein paar hübsche Autos und die Autobots in Roboterform aber das wars dann auch schon gewesen. Es ist einfach sehr sehr unschön, das ganze Spässchen. Der 3D-Effekt ist dann auch eher mau. Also eigentlich gesagt ziemlich für gar nichts. Das Menü ist sowieso nicht für 3D konzipiert (da könnt ihr den 3D-Regler noch so hin und her schieben – nein, er ist nicht kabutt). Und im Game selbst könnt ihr auch getrost drauf verzichten. Wie auf ziemlich einiges in diesem Spiel…

Wenigstens gibt es eine Sprachausgabe. Aber auch der stampfe ich jetzt noch ein dickes fettes ABER drauf. Schön und gut ist die Sprachausgabe drin. Wenn aber die Missionsziele ohne Untertitel einfach nur gesprochen werden, habe ich als ÖV-Game ohne Sound ein ziemliches Problem. Wer also keine Headphones dabei hat und seinen Mitfahrgästen nicht mit der DS-Geräuschkulisse auf die Nerven gehen will, kann gefälligst selber herausfinden, was er genau machen muss. Aber andererseits: ist auch nicht so schwer. Einfach mal auf alles ballern, was sich bewegt. Wir dann schon irgendwie klappen… Der Sound an sich ist aber gut! Wie im Film. Immerhin!

Fazit

Singleplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Grafik

Manchmal frage ich mich wirklich, was sich Filmstudios dabei denken, zu jedem Schwachsinn noch ein Game herausbringen zu wollen. Bei Transformers 3: Stealth Force Edition trieft der Zeitdruck der Entwickler aus allen Poren. Da musste einfach noch irgendwas her um noch irgendwie ein bisschen Geld zu machen. Was geliefert wird ist ein liebloses, langeweiliges, einfach nerviges kleines Spielchen! Schade, denn die Transformers an sich würden eine sensationelle Basis für ein Klasse-Game liefern. Aber hey, ich bin kein Filmemacher, ich hab davon keine Ahnung. Aber was ich sicher weiss ist, dass dieses Game auf dem Schrottplatz besser aufgehoben wäre als im Slot eures 3DS.

0.9

Sehr schlecht


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Über den Autor

Hardcore-Zockerin und Sony/Nintendo Fangirl der ersten Stunde. Vorwiegend anzutreffen beim Zocken von RPGs und allem, was aus dem Reich der aufgehenden Sonne kommt. Gamerin seit 20 Jahren – Teil des GameCity Teams seit 3 Jahren. Häufigster Spruch: „Shit! Inventar voll…“



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