Testlabor Virtua Tennis 4 World Tour Edition

Veröffentlicht am 12. Mai 2011 von William Eichele

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Virtua Tennis 4

Virtua(l) Tennis gibt es seit November 1972 in Form von Pong bzw von Sega. Im vierten Teil, der schon damals zu zweit spielbaren Tennisklassiker, wird vo rallem mit einem neuen Feature geworben, Kinect. Doch ist das nicht das Hauptfeature, wie durch die Aufschrift „better with Kinect Sensor“ zu erkennen ist. Dieses Zusammenspiel aus einem normalen Videospiel, das Kinect lediglich unterstützt, ist neu und wirkt vor allem für Core-Gamer sehr angenehm.

Spiel, Satz und Hieb!
Nun zuerst einmal zum Storymodus, der wird nämlich in Form einer Tour abgehandelt, bei dem man zuerst einen virtuelles Ego erstellt. In diesem müsst ihr ,Name,  , Grösse, Gewicht, Geburtsdatum und Herkunft angeben. Danach folgt eine genauere Charakter­modelierung. Dies wird dank Schablonen, die sich in Hautfarbe, Grösse und Muskulatur unterscheiden, erleichtert. Ist dann das Grundgerüst ausgewählt, geht es an die Feinarbeit. Neben der leider etwas klein geratenen Farbauswahl für Haare und Augen, sind Augenbrauen, Augengrösse, Mund, Lippen, Bart sowie deren sämtliche Proportionen und Abstände dafür umso detaillierter modelierbar. Aufschlag, Annahme und weitere Animationen können dann samt Vorschau den eigenen Vorlieben angepasst werden. Ist der angehende Tennisstar schliesslich geboren, kann nach kleinem Tutorial durch Spencer Heath, der fortan den Couch mimt, auch gleich begonnen  werden.  Die ganze Tour teilt sich dann in vier Saisons auf, bei denen ihr euch auf den Kontinenten Asien, Afrika, Europa und Amerika austoben dürft. Ihr fliegt aber nicht vom einen Tennisspiel zum anderen, viel eher bewegt ihr euch mit Reisetickets von Ort zu Ort. Die Orte werden dabei auf einer Strecke in Felder unterteilt, auf denen Events zu absolvieren sind. Die Tickets wiederum haben eine gewisse Reichweite, so dass ihr mit drei Tickets unterschiedlicher Reichweite seine Schritte genau planen müsst.  In diesen Orten können dann Minispiele wie Zielscheiben schiessen, Wandspiel, Torschiessen und ähnliches als Training genutzt werden, um mit der Spielmechanik vertraut zu werden bzw. alles aus ihr rauszuholen. Aber nicht nur Minispiele prägen den Tour-Alltag, auch Spendengalas, Autogrammstunden,  Showmatches und sogar ganze Turniere stehen auf dem Wochenplan.

All diese Events geben dann wiederum Sterne, die bewerten, wie berühmt der Spieler ist. Ist eine neue Stufe erreicht, wird aufgezeigt, zu  welchen anderen Tennisstars man sich gerade gesellt hat. Jedes dieser Spiele treibt Schlag-, Netz-, Abwehr- und Taktikfähigkeiten sowie zu guter Letzt die Kondition des Spielers voran. Diese ist enorm wichtig, denn der Konditionsbalken in der oberen Mitte zeigt an, wieviele Events der Spieler noch durchsteht. Ist euer Spieler am Nullpunkt angelangt, so verliert ihr Sterne sowie wichtige Tage, da am Ende jeder Saison natürlich das Grosse Turnier wartet. Ist dieses nicht vor oder am Tag des Beginns erreicht, hagelt es Strafen in Form von Sterne-Abzug. Um dem allerdings vorzugbeugen,  gibt es neben den Erholungsstätten auch sogenannte Managerbüros. In diesen könnt ihr neben zusätzlichen Reisetickets auch Erholungstickets sowie Agenten besorgen. Die bezahlt ihr mit dem gewonnen Geld von Turnieren oder Showmatches. Agenten sorgen dafür, dass – egal, was ihr macht – immer noch ein paar extra Sterne in den Beutel fallen. Soviel zum ziemlich umfangreichen Storymodus.

Modis
Neben der erwähnten World Tour kann man alle Minispiele einzeln anspielen, Showmatches austragen, Motion Play mit Kinect spielen oder den Arcademodus bestreiten. Im Arcademodus gilt es eine Reihe von Tennismatches zu gewinnen, bei deren Ende ihr dann der Spielweise entsprechend bewertet werdet. Bei Motion Play kommt Kinect zum Zug. Denn hier darf sich jeder MöchtegernFederer in Showmatches oder nur mit Kinect spielbaren Minispielen austoben. Auch hier lassen sich alle wichtigen Manöver wie Aufschlag, Lob , Slice oder den Top Spin ausführen, nur diesmal ohne nur einen kleinen Knopf zu drücken. Das Spielgefühl geht gut von der Hand, auch wenn es ein bisschen schwierig ist, in der First-Person Perspektive den richtigen Zeitpunkt für das Schlagen des Balles zu erwischen. Der Kinect-Modus verdient seine Plakette aber nicht ganz, da ihr mit nicht physisch vorhandenem Racket nicht wirklich das Gefühl habt, Tennis zu spielen und auch dementsprechend den Winkel nicht richtig selbst bestimmt. Dennoch hat er als zusätzlichen Modus seine Daseinsberechtigung.

Spielgefühl, Präsentation
Das Wichtigste bei einem Tennisspiel ist natürlich die Führung des runden Gelben . Diese gelingt in Virtua Tennis 4 sehr gut. So wird der Slice mit X ausgeführt der Top Spin mit B und der Lop mit Y. Gezielt wird mit dem linken Stick und so folgt dem Top Spins, der Slice und der Smash besiegelt dann das Schicksal der virtuellen oder via Xbox Live echten Gegners. Auch die Grafik ist erschreckend echt und so seht ihr während eines längeren Spiels die Schweissbahnen den Spielern übers Gesicht triefen. Auch die Details rund um den Tennisplatz sind gelungen und stimmig eingefangen. Ob man also in einer Halle ist oder draussen an der frischen Luft, die Atmosphäre passt und kommt real rüber. Doch sind es auch die Animationen sowie die Beinarbeit der allesamt echten, lizensierten Profis wie des Schweizers Liebling Roger Federer oder Rafael Nadal, welche die Tennis-Simulation komplettieren. Der Sound allerdings ist weniger spektakulär, da  sich die Technoklänge aber kaum bemerkbar machen, weniger schlimm. Grössere Musikeinlagen würden sowieso nur störend wirken.

Fazit

Singleplayer
Multiplayer
Gameplay
Motivation
Grafik
Audio

Alles in allem ist Virtua Tennis 4 ein guter Tennistitel für jung oder alt, Profi oder Anfänger. Die Schwierigkeitsgrade sind gut ausgewogen und bieten jedem Spieler die richtige Herausforderung. Der Storymodus ist umfangreich und mit genügend Abwechslungen gespickt um für Stunden zu fesseln. Die Grafik sowie sämtlich Animationen sind flüssig, sowie die Umgebung authentisch und atmosphärisch. Der Multiplayermodus passt perfekt und mit Motion Play (Kinect) kommt auch noch zusätzlich Schwung und körperliche Betätigung dazu.

3.5


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Über den Autor

Hat mit 6 Jahren seine erste Konsole vom grossen Bruder geschenkt bekommen womit sein Schicksal besiegelt wurde. Mag ausser Sportspielen eigentlich alles unter der Sonne, solang es einen packt. Am liebsten aber nicht all zu rohe Rollenspielkost sowie Action-Adventures und definitiv Halo. Hasst auf Touchscreen emulierte Joysticks/Tasten und schwört auf den Controller...bis jetzt.



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